2019 Portual  

Die Ost- und Süd-Algarve


( Manta Rota/Praia Verde, Cecela Velha, Lagunenlandschaft-Ria Formosa,  Tavira, Santa Luzia, Fuseta/Camping "Parque de Campismo",  Faro,  Estoi,  Luole,  Alte,  Albufeira/Felsalgarve,

Praia dos Arrifes,  Praia Nova,  Praia da Marinha, 

Küstenweg " Rot des Vales Suspensos",  Silves/ Camping,

Lagos/ Felsenkap Ponta da Piedade, Meia Praina-Bucht,

Salema und Sagres,  Cabo de Sao Vicente)


2. - 4. Mai

Wir sind nun endlich in Portugal und freuen uns über diesen kilometerlangen, hellen Sandstrand! Ja, wir stehen auf einem Stellplatz in der Nähe von Manta Rota am Praia Verde an der Ostalgarve und der ganze Stress der letzten Tage fällt von uns ab. Alleine der erste Spaziergang am Nachmittag hier am Meer war für uns drei Erholung pur.

Navi Daten: N 37.17745,  W 7.46989

Der Sweety wurden gestern in einer Tierarztpraxis in Huelva aus beiden Ohren Grashalme entfernt und nun geht es ihr wieder gut. Diese Tierärztin war Spitze, das kann man nicht anders sagen, denn sie fand sogar ein Stückchen, das wohl schon sehr lange im Ohr war und die Entzündung dadurch nicht abklingen konnte. Nun muss ich aufpassen, das sie mit ihren Ohren diese harten spitzen Halme nicht mit ins Körbchen trägt, sonst sind wir bald wieder beim Arzt.

Das war in den Ohren, kein Wunder, dass diese Dinger geschmerzt haben. Und als Laie kann man trotz Brille und Taschenlampe keinen Fremdkörper sehen.

Dieser Stellplatz (zweigeteilt und ohne alles) ist bei den Wohnmobilisten bekannt und ganz gut besucht. Manche stehen schon vier Wochen hier, u. a. sehr viele Engländer und Holländer, auch Franzosen, kaum Deutsche. (V+E evtl. an der Tankstelle denken wir)

Wir haben mit unserem "Kleinen" ein recht schönes Fleckchen gefunden und möchten jetzt zwei bis drei Tage hier verweilen. Das wird uns nicht schwer fallen, denn die Natur ringsherum ist wunderschön. Der Strand sowie dieser Platz ist von einem sattgrünen Pinienhain umrandet und es gibt darin einige Wanderwege. In den vorgelagerten Dünen befindet sich eine Gaststätte und ca. 400 m entfernt gibt es einen "Tante Emma-Laden" im Dorf.

Natürlich haben wir auch heute nicht stillgesessen, sind hier und dort alles abgelaufen und zwischendurch gab es mal etwas "deutsches" auf den Teller und so verging der Tag ..... mit Nichts-Tun.

Das Wetter ist einfach supi, die Sonne scheint, der Wind ist leicht mäßig und die Temperaturen sind angenehm, so zwischen 25 und 27 Grad. Sogar das Wasser erscheint mir viel wärmer, als in Andalusien. 

(In Deutschland wurde Schneefall für's Wochenende vorausgesagt! Schade für die Lieben zu Hause, gerne würden wir euch etwas abgeben von den Sonnenstrahlen!)

Und immer wieder Blumen, die ich fotografieren muss. Sonnenuntergänge sieht man hier ja nicht an den Süd-Oststränden. Mich haben diese bunten Fischerboote an Schweden und an die Polnische Ostseeküste erinnert und sie haben etwas romantisches, obwohl es ein hartes Brotverdienen ist. Die Fischer waren beim Reparieren der Netze.....

Und nach dem Laufen kommt der Hunger.

Das Buch "Die schönsten Routen durch Portugal" liegt auf dem Tisch und wir sind dabei, die nächsten Tage durchzuplanen, schau'n wir mal, was uns erwartet. Wenn es so "schön" wird, wie hier, schaffen wir bestimmt nur die Hälfte bis zur geplanten Heimfahrt.

Das war der späte Samstagabend-Blick aus der "Ritsch-Ratsch-Tür" von unserem Womo. Der Platz hat was, er ist ruhig und man wird geduldet. Mit einer Holländerin unterhielten wir uns noch eine ganze Zeit. Sie stehen mit dem Womo schon seit mehreren Wochen hier, haben alles in Portugal über mehrere Jahre bereist und finden diese Ecke mit dem direkten Meerzugang ideal.


5. - 6. Mai

Heute nach dem Frühstück nehmen wir Abschied vom schönen Stellplatz, weil wir im Laufe des Tages einen Campingplatz mit Ver- und Entsorgung anfahren müssen.  

Wie die "Dauergäste" das hier auf diesem Platz machen..... keine Ahnung. Ein Badehaus soll im nächsten Ort sein.... aber alles andere? 

Wir machen ja eine Rundreise und sind deshalb schon wieder  neugierig, auf das was kommt. Wir haben ein paar erlebenswerte Orte herausgesucht, die wir uns über den Tag ansehen möchten.

Es soll eine lohnenswerte Ausfahrt sein und das war sie auch, denn wir wollten uns das wohl schönste Dorf der Ostalgarve ansehen. Als wir in den Ort Cecela Velha fuhren, der übrigens nur fünf Kilometer von unserem Stellplatz entfernt war, staunten wir nicht schlecht. Im Ort fand ein Kunsthandwerkermarkt statt. Man war noch beim Aufbauen der Stände und der Besucheransturm begann erst, als wir mit unserem Rundgang entlang der Burgmauer, über den Kirchplatz und durch das kleine Dörfchen fertig waren. Danach schlenderten wir noch über den Markt und blieben an manchen Ständen stehen, weil die selbstgefertigten Dinge sehr vielfältig waren.

Die weißen Häuschen im Dorf mit den hübschen Vorgärten spiegeln eine längst vergangene Algarve-Architektur wider und es war ein schöner Spaziergang. Eine Treppe führt hinunter zum Strand und Watt.  

Außerdem hat man von den Resten der Burgmauer einen herrlichen Ausblick auf die Lagunenlandschaft der Ria Formosa.

Hier ab Cecela Velha beginnt übrigens der 60 km lange Küstenstreifen des Naturparks Ria Formosa bis nach Faro. Seit 1987 steht er unter Naturschutz und ist eines der wichtigsten Ökosysteme der Algarve. Es ist ein Haff, das mit seiner einzigartigen Flora und Fauna vor den Einflüssen des fortschreitenden Tourismus geschützt wird.

Unser Weg führt uns nun weiter nach Tavira, die Straße 125 ein kleines Stück weiter.

Es soll die schönste und geschichtsträchtigste Stadt der Ostalgarve sein. Früher eher beschaulich, heute ein Städtchen zum Flanieren, ohne eine Spur von Massentourismus. Der Fluss Rio Gilao prägt das Stadtbild und teilt Tavira in zwei Teile. Die historische Bogenbrücke Ponte Romana ist ein schönes Fotomotiv und hier hab' ich mir im nahegelegenen Eiscafé einen Riesen-Eisbecher bestellt. Das Eis schmeckt so gut, wie in Italien. In Spanien hat es mir persönlich nicht gemundet.

Zuerst besuchten wir aber das Castelo, um von dort oben weit über die Pyramidendächer zu schauen und uns so einen Überblick über die Stadt zu verschaffen.

Danach haben wir uns ganz langsam treiben lassen, denn die Feinheiten und Geheimnisse der Häuser, Plätze, Gärten und Gassen sind nicht durch einen flüchtigen Blick zu erfassen. Dabei sind mir die vielen hübschen Türen und die verschiedenen Kachelmotive aufgefallen, mit denen sich die Häuser schmücken. Sehr vieles wartet aber noch, um aufgehübscht zu werden. Nicht alles sieht so schick aus, wie auf den Bildern.

Übrigens sind in Tavira auch viele deutsche Kunsthandwerker ansässig. Mit einigen kamen wir auf dem Markt in Cacela Velha ins Gespräch. Der Markt, der viermal im Jahr stattfindet, musste im April wegen Dauerregen ausfallen!

Nach dieser Pause sind wir dann zurück zum Womo, das wir auf einem Parkplatz nahe der Altstadt abgestellt hatten. Die Plätze waren am Sonntag fast alle leer und nicht zu eng. Mit uns stand noch ein Womo (ca. 6,50 m Länge).

Tavira nahe Altstadt:

Navi Daten: N 37.12281, W 7.64973

Auf dem Weg zum Camping haben wir noch einen kurzen Stopp in Santa Luzia ( Straße 125) eingelegt, um etwas zu essen. 

Dort standen am Ortsrand mit dem Blick auf die Lagune auch einige Womos, die den Platz als Stellplatz nutzen. 

Navi Daten: N 37.09929, W 7.66488

Das Dorf hat sich das Fischerambiente bewahrt und besitzt eine hübsche Uferpromenade mit einem Blick auf die bunten Fischerboote. Eine kleine Bimmelbahn tuckert in ca. 5 Minuten an den flachen Badestrand.

Und jetzt geht's ab zum Campingplatz Parque de Campismo in Fuseta. 

Zum Abendbrot trudelten wir pünktlich ein und haben noch eine kleine Gassirunde gedreht.

Der Fischerort Fuseta liegt zwischen Olhao und Tavira.

Es sieht hier ähnlich aus, wie in Santa Lucia, nur etwas größer, aber auch genauso beschaulich. Die Flachdachhäuser prägen das Dorfbild, wenn Geld vorhanden war, wurde irgendwann aufgestockt. Ansonsten wird auf den flachen Dächern die Wäsche getrocknet.

Vor dem Campingplatz sind Tagesparkplätze mit Blick auf das Wattenmeer. (Verbot für Womo). Das Verbot wird aber nicht respektiert. Einige Camper übernachten hier sogar, mit ausgefahrener Antenne, es wird geduldet, denn die Polizei fährt Streife ...! 

Der Campingplatz ist immer gut belegt. Es stehen bestimmt zweidrittel Dauercamper hier. Wir hatten nur drei freie Plätze zur Auswahl.

Navi-Daten N 37.052227, W 7.744056

Man kann auch von der Promenade auf das Wattenmeer blicken, wunderschön! Heute abend, nachdem die Ebbe eingesetzt hatte, waren wir nochmal spazieren. Es krabbelten überall Krebse aus ihren Löchern heraus. Edwin sammelte sich seine Mahlzeit - Scherz!

Eine Bootstour auf die Laguneninseln kann man auch unternehmen. 

Aber das haben wir heute nicht gemacht, es war ein wenig Wuselei im Womo angesagt und auch einiges an Wäsche.......und nette Camper-Gespräche!

Ja, nun sind diese zwei Tage auch vorüber und morgen werden wir den Zündschlüssel wieder drehen.


7. Mai

Nachdem wir unser "Zuhause" befüllt und entleert haben, ging's weiter und zwar hier vom Camping Fuseta über Olhao nach Faro und weiter nach Estoi, nicht ohne unseren Nachbarn links und rechts gute Weiterfahrt zu wünschen.

(Auf Campingplätzen findet man das alte, vertraute Gefühl des Campens allgemein. Das gibt es auf diesen sterilen Womo-Stellplätzen oft nicht mehr, da ist jeder für sich! Es werden "Grenzen" gezogen. Wie gesagt, nicht überall, aber wir erlebten es auf dieser Tour wiederholt.)

Nun weiter:

Das Pensum hört sich nach "viel" an, aber die Strecken sind kurz und die Sehenswürdigkeiten überschaubar. Also alles recht gemütlich! Auch der Einkauf in Olhao war recht entspannt, wir werden beide immer besser, uns mit diesen zwei qm Trampelfläche zu arrangieren. Einer verstaut vorne, der andere hinten und man wundert sich, das die Dinge aus dem großen Einkaufswagen wirklich noch in unseren "Kleinen" gelassen.

Also, in Faro wollen wir durch die  Historische (kleine) Altstadt bummeln und in Estoi gibt es ein Rokkokoschloss aus dem 18. Jh. zu bestaunen.

Wir hatten Glück und fanden einen Platz zum Parken. Es war sehr voll, ein Lieferfahrzeug fuhr vor uns ab und wir rein in die Lücke.  

Großparkplatz "Largo de Sao Francisco", nahe der Stadtmauer.

(Unsere) Navi Daten:  N 37.0117  W 7.93254

Noch ein Wort zum Fahrstil der Portugiesen:

Hauptsächlich die jüngeren Fahrer gehen "zügig" zur Sache! Ihre Spezialität sind die Kreisverkehre und Überholmanöver mit hoher Geschwindkeit, da können sie uns Besucher zeigen, was für tolle Autofahrer sie sind. Immer Ruhe bewahren, das ist unsere Devise. Aber sie fahren auch sicher.

Nun konnte der Rundgang beginnen. Wir sind durch die historische Altstadt spaziert und waren gleich begeistert. Dieses alte Faro beeindruckt auch durch das mediterrane Flair. Der Höhepunkt war, dass man den Glockenturm der Se Catedral besteigen konnte und einen sagenhaften Rundumblick auf Faro und die Ria Formosa hatte. Der weite Blick auf die Ria Formosa sieht von oben absolut traumhaft aus und man staunt über die Größe, die man sich ebenerdig nicht vorstellen kann. Das Naturschutzgebiet endet hier in Faro.

Das Historische Zentrum war durch Touris nicht überlaufen und so konnte man das Flair mit den engen Gässchen richtig genießen.

Das war die Se Catedral

Das war der Rundumblick vom Glockenturm und das die Se Catedral von innen

Und das ist das "Reich der Störche" am Westende der Stadtmauer auf dem Tor.

Nachdem wir so ziemlich alles bestaunt hatten, ging es an der Stadtmauer wieder zum Parkplatz zurück. Wir kamen an der Anlegestelle für Bootsausflüge am Naturschutzgebiet vorbei und hatten nocheinmal einen weiten Blick über das "Haff".

Weil wir nicht auf den von Camper-Kontakt angegebenen zwei Stellplätzen übernachten wollten, kam uns der Abstecher ins Hinterland gerade recht. So fuhren wir nach Estoi, ein beschauliches Provinzstädtchen. 

Und der kurze Weg zum Rokkokoschloss hat sich gelonht.

Wir fuhren den Stellplatz in Estoi an. Man kann hier sogar entsorgen, Wasser bunkern und man kann übernachten. Das machen wir.

Navi Daten: N 37.093333,  W 7.895833

Nun stapfen wir die Straße geradewegs entlang und kommen an dieser Kirche vorbei. Von dort sind es noch ein paar Schritte und wir stehen vor dem Eingangstor des Schlosses.

Das Rokkokoschloss ist aus dem 18. Jh. und ist umgeben von einem romantischen Schlosspark und einer blau- weiß gekachelten Freitreppe. Der rosafarbene Palast gehörte einst einer reichen Familie der Algarve und man ließ alles nach italienischem Vorbild gestalten. Heute beherbergt es im Nebengebäude ein Luxus-Hotel.

Wir durften sogar mit Sweety die gesamte Anlage betreten und das alles ohne einen "Pfennig" Eintritt! 

Auch hier war eine beschauliche Ruhe zu spüren. Überwiegend junge Paare sahen wir, vielleicht kann man sich hier trauen lassen? 

Wir tranken einen Kaffee, der teuerste bisher (3,00 Euro für eine Tasse). Aber so ist das, wenn man sich wie "Könige" bedienen lässt. Sweety bekam eine Schale Wasser und wurde gestreichelt! 

Wie gesagt, kein Eintritt, dann ist der Preis für den Kaffee auch Okay.

Nach soviel Pracht spazierten wir die paar Schritte zurück in die ländlich geprägte Stadt und zu unserem äußerst einfachen Stellplatz. 

Unterwegs hatten die kleinen Lädchen mit allerlei Dingen geöffnet und die Bars waren gut besucht. Hier kann man auch etwas preiswerter essen, als direkt an den Stränden der Algarve.

Jetzt lassen wir alles auf uns wirken und schauen in unser Reisehandbuch, wo es morgen hingeht.

(Die 11 kg Gasflasche ist jetzt leer, die zweite wurde angeschlossen, sie hat fast 8 Wochen gereicht.)


8. Mai

In Luole wollten wir uns eigentlich nur in der Markthalle umschauen, die ganz gut sein sollte, aber das Städtchen begeisterte uns auch sehr. Wir mußten uns leider etwas sputen, denn zur Markthalle nahmen wir Sweety nicht mit. Sie blieb im Womo. Wie gesagt, noch war es bewölkt und bei aufgestellter Dachluke unter einem großen Baum war genug frische Luft im Womo.

Zwei Stunden waren schnell rum.

Im Mercado, das Herzstück der Stadt, fühlt man sich in einen türkischen Basar versetzt. Durch die kunstvoll geschwungenen Bogenfenster fällt Licht in die dunklen Hallen - fast wie in einer Moschee. Samstags soll es dort vor der  Markthalle nur so wimmeln. Händler, Hausfrauen, Bauern, alle bieten ihre Produkte an.
Im Mercado, das Herzstück der Stadt, fühlt man sich in einen türkischen Basar versetzt. Durch die kunstvoll geschwungenen Bogenfenster fällt Licht in die dunklen Hallen - fast wie in einer Moschee. Samstags soll es dort vor der Markthalle nur so wimmeln. Händler, Hausfrauen, Bauern, alle bieten ihre Produkte an.

Loule ist eine der ältesten Städte der Algarve und wir waren sehr überrascht von dem Charme der Altstadt. Die kleine Bummelmeile war sehr hübsch und sauber herausgeputzt.

Man läuft durch die mittelalterlichen Gassen mit dem Kopfsteinpflaster und kann alles zu Fuß erkunden. Wenn man mit offenen Augen durch die Gassen schlendert, dann entdeckt man hier und dort noch altes Handwerk, auch kleine Lädchen, die zum Stöbern verführen. Die Sonne krabbelte hervor und es ging die Zick-zack-Gassen wieder zurück. Wir trafen doch einige deutsche Urlauber hier.

Pünktlich zum (mitgebrachten) Mittagessen waren wir zurück bei Sweety. Der Parkplatz, der nur wenige Minuten vom historischen Zentrum entfernt ist, hat folgende Postion.

Navi Daten: N 37.138269, W 8.026398

Ja, der eine oder andere wird denken, wo ist das Meer und der Strand der Algarve. Das wird in den nächsten Tagen unser Highlights werden. Doch wir möchten ja Land und Leute auf unserer Rundtour kennenlernen und dazu muß man auch mal die etwas abseits liegenden Orte ansteuern. Wir vergleichen oft auch die Länder untereinander. Freundliche Begegnungen mit den Einheimischen sind adäquat mit Rumänien und Albanien. Wir sahen sogar zwei vollbesetzte Pferdewagen im Ort, wie in den osteuropäischen Ländern so sah es aus.

Doch heute in Loule war es kurios, ich muste einer steinalten Portugiesin aus dem Weg gehen, sie wollte partout nicht, das ich "ihre" Kirche fotografiere und drohte mir mit ihrem Handstock.

 Ja, so unterschiedlich ist das: In den Bergen Albanien's sollte ich die Bewohner fotografieren und sie freuten sich darüber. Hier in Portugal sind einige Begegnungen sehr zurückhaltend.

Und man erkennt an der Lautstärke, ob es Portugiesen oder Spanier sind. 

Hier stehen wir nun heute abend und werden die Nacht auf dem angegebenen Stellplatz verbringen. Wir sind allerdings ein par Meter über die Brücke weitergefahren, weil ein anderes Womo auch hier stand. Wir befinden uns im fruchtbaren Barrocal- Hinterland und zwar in Alte, es ist ein typisches Dorf der Algarve.
Hier stehen wir nun heute abend und werden die Nacht auf dem angegebenen Stellplatz verbringen. Wir sind allerdings ein par Meter über die Brücke weitergefahren, weil ein anderes Womo auch hier stand. Wir befinden uns im fruchtbaren Barrocal- Hinterland und zwar in Alte, es ist ein typisches Dorf der Algarve.

Navi Daten: N 37.236794, W 8.173001

Wie gesagt, nach dem Mittagessen sind wir die wenigen Kilometer nach Alte gefahren und stehen hier auf dem Stellplatz. 

Alte ist ein gut besuchtes Dorf (mehrmals im Sommer kommen Reisebusse) mit verschachtelten Gässchen und vielen Bar's, zwei Kirchen und wunderhübschen weißen Häusern, geschmückt mit Bougainvilleas und anderen Blumen.

Einige Häuschen müssen aber noch aus ihrem Dörnröschenschlaf geweckt werden.

Es gibt u.a. zwei Mineral-Quellen hier am beschaulichen Fluss/Bach? Außerdem existiert ein Wasch-Häuschen, das man benutzen kann, zu dem die Frauen wohl in früheren Zeiten zum Wäschewaschen kamen. 

Der Spaziergang und der anschließende Kaffee in der Bar war ein Genuß. Für uns geht ein schöner erlebnisreicher Tag zu Ende. Um uns herum ist alles angeleuchtet und eine himmlische Ruhe.

Etwas mutig sind wir heute mal, weil wir ein paar Meter von dem angegebenen Stellplatz stehen. Es ist ein Traumplatz.
Etwas mutig sind wir heute mal, weil wir ein paar Meter von dem angegebenen Stellplatz stehen. Es ist ein Traumplatz.


9. Mai

Heute nach dem Frühstück sind wir mit Sweety ein kleines Stückchen immer am Bachlauf entlanggegangen und haben die eigentliche Quelle gefunden. Hier noch ein paar Bilder von der gepflegten Anlage.

Zum ersten Mal hat es morgens genieselt, seit wir in Portugal sind. Deshalb fiel es uns nicht so schwer, den idyllischen Stellplatz zu verlassen. Weiter ging's.
Zum ersten Mal hat es morgens genieselt, seit wir in Portugal sind. Deshalb fiel es uns nicht so schwer, den idyllischen Stellplatz zu verlassen. Weiter ging's.

Unsere Fahrt verlief ruck-zuck, denn bis Albufeira war es nicht weit. Wir haben uns einen Algarvestrand östlich von Albufeira ausgesucht, weil man hier in beide Richtungen die Küste entlangwandern kann und weil es hier auch einen geduldeten Stell-/ Übernachtungsplatz gibt. (ohne alles)

Navi-Daten: N 37.075699, W 8.27817

Mit uns stehen heute abend acht Womo's, die übernachten wollen. Ja, und man kommt ins Gespräch......

Einer hat seinen "Arbeitsplatz" ins Womo verlegt und ein anderes junges Pärchen legt eine dreimonatige "Arbeitspause" ein. Wir wurden beneidet, weil Zeit bei uns keine Rolle mehr spielt. Das kann man so oder so sehen. Die Uhr bleibt nicht stehen.

Der eigentlich recht große Platz liegt etwas erhöht und ist naturbelassen. Unterhalb befindet sich eine "gehobene" Gaststätte, die für zwei gekühlte Cola 5,00 Euro berechnete. Dafür durfte unsere Sweety trotz Hundeverbotsschild mit an unseren Tisch.

Wir stehen mit Blick auf den Atlantik und es ist einfach eine traumhafte Küste. 

Die Felsalgarve (dem Wind zugewandt) beginnt hier. Sie ist der westlichste Teil der südlichen Algarveküste. Diese rotbraunen und ockerfarbenen, zerklüfteten Steilklippen und das blaue Meer! Die Natur ist was wunderbares!

Die Sandalgarve (dem Wind abgewandt) ist der östlichste Teil der Südalgarveküste und die haben wir nun verlassen. 

Diese hellen flachen Strände und Sandbänke der Sandalgarve haben uns sehr gefallen, nur man ist durch das vorgelagerte Naturschutzgebiet an vielen Orten eingeschränkt, wenn man ganz spontan ans Meer möchte. Es fahren zwar Boote zu den Stränden, aber nicht umsonst.

Wind war heute nicht, sondern es war (gefühlt) eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit bei ca. 20 Grad.

Die Wolken lösten sich erst zum späten Abend auf, aber wir sind trotzdem vormittags und nachmittags jeweils in beide Richtungen einige Zeit gewandert, bis Sweety nicht mehr wollte. Ihre Ohrentropfen sind übrigens aufgebraucht und wie es scheint, ist alles paletti. Sie fühlt sich wieder und hat endlich die Power, wie zu Hause.

Hier ein paar Impressionen:

Morgen steuern wir das nächste Ziel an.


10. - 13. Mai

Die Nacht war schön ruhig, nur das Meer hat man gehört. Ausgeschlafen starten wir und zwar mit der Option, uns unterwegs zum Frühstück Brot zu kaufen. Es war alle.

Ca. 800 m von unserem Übernachtungsplatz, kurz vor Albufeira, zeigte unser Smartphone einen Supermarkt an. 

Das ist Okay morgens um 8.00 Uhr ohne Kaffee! ........ 

Was wir dann erlebten, haben bestimmt schon viele Wohnmobilisten hinter sich. Unser Navi hat uns doch tatsächlich in die hintersten Altstadt-Straßen geführt. 

Ehe wir uns versahen, waren wir drin in dem Labyrinth. Uns blieb fast das Herz stehen, denn die Einbahnstraßen wurden immer enger und kurviger und ein Wenden war ausgeschlossen. Dann stand vor uns ein Transporter, der unser Lichtblick war. Er fuhr loß und wir hinterher, denn da wo der durchpasst, kommen wir auch durch. Und tatsächlich, irgendwann landeten wir an der großen Umgehungsstraße und von weiten leuchtete das Schild "Lidl". Erleichterung!!!

So gut hat uns noch kein Frühstück geschmeckt. Und wir ließen uns Zeit, bis es weiterging.

Danach fuhren wir zuerst zur Wallfahrtskirche "Nossa Senhora da Rocha", einem Algarve-Highlight bei der Badebucht Praia Nova. Der Tagesparkplatz war leer und wir schauten uns dieses Kirchlein, das auf einem Felsvorsprung steht, in Ruhe an. Am 12. August jeden Jahres wird sie von Tausenden von Pilgern aufgesucht. Wo die wohl alle Platz haben?

Ja, und von dort fuhren wir ein kleines Stückchen weiter zur Felsenbucht "Praia da Marinha". Dort gingen wir zuerst an den Strand und ließen die hohen, zerklüfteten Kalksteinklippen und das türkisgrüne Meer auf uns wirken.
Ja, und von dort fuhren wir ein kleines Stückchen weiter zur Felsenbucht "Praia da Marinha". Dort gingen wir zuerst an den Strand und ließen die hohen, zerklüfteten Kalksteinklippen und das türkisgrüne Meer auf uns wirken.

Der Strand war gut besucht und der gepflasterte Parkplatz war voll. Wir fanden in dem Sandareal zwischen den Büschen einen Platz, um zu parken, dort wo die "Wild-Camper" sich eingerichtet haben. Die Rucksäcke sind mit einer "Brotzeit" gepackt, auch für Sweety.

Wir wollen jetzt ein wenig oben entlang wandern und zwar den schönsten Küstenwanderweg der Algarve, die Rot dos 7 Vales Suspensos. Er verläuft auf Naturpfaden und ist fast 6 km lang. Ungefähr zwei km sind wir gewandert, denn man muss ja wieder zurück zum Womo. Das hat uns völlig gereicht, weil das Schauen irgendwie  anstrengend ist. Gehen, stehen, bleiben, schauen übers Meer und auf die Felsenküste. Jedesmal ein anderer Blickwinkel......! Man möchte alles in sich aufsaugen, um nichts zu vergessen! So schön ist es hier!!!

Und die Möven saßen einfach oft auf den Steinen, als seien sie es gewohnt, fotografiert zu werden. 

Nach dieser Wanderung gab es Kaffee und Kuchen im Womo. Wir waren uns einig, hier in den "ausgefahrenen" Büschen wollten wir nicht übernachten, die Plätze waren außerdem verunreinigt. Das Meer verlassen wir ja nur kurz! Wir machen einen Abstecher in's Land.

Unser Ziel ist nun die Stadt Silves!

Sie liegt ca. 15 km nördlich vom Meer und war einst die Hauptstadt der Algarve. 

Hier stehen wir auf einen Womo-Stell-Campingplatz, der im Reiseführer angegeben war. Recht idyllisch am Fluss.

Navi Daten:  N 37.185014, W 8.445244

Er liegt direkt neben dem öffentlichen Hallenbad und auch zentral zur Altstadt, in der man schön bummeln kann. Ein mächtiges Castello Mouro wacht hoch über der Stadt und dem  Fluss Rio Arade. 

Diese Burg wurde bereits im 4. Jh. erbaut und daneben befindet sich die gotische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Also, es gibt einiges zu besichtigen. Hier trifft man viele deutsche Touristen und eine Speisekarte in deutsch gibt es auch. Die Stadt wird zur  Überwinterung genutzt, es gibt viele Grünflächen, Einkaufsmärkte, Parkplätze ect.

Sie hat ihren ganz eigenen Charme.

Und das allerschönste ist, wir haben endlich die vielen Störche gesehen. Sie fliegen schon den ganzen Tag hier über unseren Platz, weil er direkt am Fluss liegt. 

Dort finden sie natürlich jede Menge Nahrung. Das Wasser muss irgendwie reguliert werden, denn heute früh war der Fluss voll und am Nachmittag war nur noch Schlamm zu sehen. Ein Paradies für die Störche. Es gibt, von den Mauren angelegt, ein Kanalsystem zur Bewässerung, das zum Teil noch betrieben wird. 

Hier werden wir unsere nächsten Routen planen und noch etwas verweilen. Endlich können wir draußen frühstücken, zum zweiten Mal in den ganzen Wochen, weil es auch in Portugal morgens noch maifrisch war.

Wir haben nahe 30 Grad und zur späten Mittagsstunde war nur noch relaxen angesagt. (Und die zuckersüßen Apfelsinen hier vom Markt verspeisen!)


13. -14. Mai

Gestern abend war es so herrlich warm, dass wir noch lange draußen gesessen haben, bis die Mücken uns vertrieben. Und heute früh ging die Reise weiter, nachdem wir das "Schiff wieder flott gemacht" hatten.


Unser Ziel ist die Stadt Lagos und das Felsenkap Ponta da Piedade.

Zuerst sind wir aber zur halbmondförmigen, weißen Sandbucht Meia Praina in Lagos gefahren. Das heißt, unser Navi führte uns vor die Sandbucht. Wir sahen sie, doch dazwischen war ein Kanal. Aber das war okay, denn der Platz war zentraler für eine Stadtbesichtigung:

Parkplatz Navi Daten: N 37.097137, W 8.668485

Und wieder hatten wir etwas Glück mit einer Parklücke, denn wir standen direkt an einem Café mit einem super-tollen Blick über die ganze Bucht. (Und suchten uns gleich einen Panorama-Tisch aus, um ein Käffchen zu trinken!)

Nach den drei letztenTagen hat uns nun das Meer wieder und dann noch mit diesem Traumwetter! Das nutzten andere Touris natürlich auch, und wo wir auch hinkamen, es war ganz schön was los. 

Wir machten eine lange Runde und das bei sommerlichen Temperaturen von 27 Grad morgens um 10.00 Uhr.

Lagos ist die zweitgrößte Stadt der Westalgarve mit 18 000 Einwohnern. Der Tourismus als Einnahmequelle ist nicht zu übersehen.

Wir sind ein wenig durch die Altstadtgassen gebummelt und waren überrascht, dass heute am Montag soviel Trubel war. Wir dachten, dass es am Montag eher ruhiger zugeht, aber nein. Die vielen Reisebusse trafen gegen Mittag ein und wir fuhren ab .......... zum Felsenkap Ponta da Piedade unweit von Lagos.

Wir haben auf dem Besucherparkplatz geparkt, denn dort standen auch schon einige andere Womos und Kastenwagen. Zuerst gabs Mittag mit einem tollen Blick aus dem Camper und dann sind wir das Kap abgewandert. Es ist einfach nicht zu beschreiben, man muss es selber gesehen haben, wie schön sich die Natur präsentiert und man könnte ewig schauen ......

Es ist ein wunderbarer Wanderweg mit Blick auf das Meer und die Felsen des Kaps.

Das Bild ist ganz unten entstanden. Man gelangt über eine Treppe dort hin, die der Edwin alleine gegangen ist. Für Sweety war es zu heiß.
Das Bild ist ganz unten entstanden. Man gelangt über eine Treppe dort hin, die der Edwin alleine gegangen ist. Für Sweety war es zu heiß.

Hier die Bilder von der Wanderung oberhalb am Kap mit einer frischen Brise.

Als wir zurück waren, wurde es uns auch hier zu voll, denn zwei große Reisebusse fuhren gerade vor. 

Also ging es, wie geplant, ein paar Kilometer weiter und zwar zum hübschen (touristisch geprägten) Fischerdorf Salema. 

Hier stehen wir nun auf einem Parkplatz (war wohl früher mal der Dorfplatz) ganz nahe am Meer - und hören es rauschen. Ganz so idyllisch ist es auch nicht mehr, dieses Salema, es gibt viele Pensionen und Bars, die in ausländischer Hand sein sollen. 

Verbotsschilder für Womos findet man jedenfalls noch keine, alles zentral, mit zwei Schritten sind wir im Wasser. Die Parkplätze sind nicht groß hier unten im Ort. Mit unserem "Kleinen" (5,40 m) gerade noch machbar.

Den Rest des Tages genießen wir den Strand und das tolle Wetter und bleiben hier.

 Parkplatz NAVI Daten: N 37.06660 , W 8.82555

P.S. Sind abends nochmal spazieren gegangen und haben diesen Platz oben an den Klippen entdeckt. Eine gute Straße führt hoch und eine Treppe gibt's zum Strand. Dieser Tagesparkplatz bietet auch viel Platz für größere Womos, nur man muss erst durch den Ort. Ein französisches Womo hat's vorgemacht!  Park4night

Navi Daten: N 37.064722, W 8.826872


14. Mai

Nun haben wir die Ost- und Süd-Algarve "fast" bereist. 

Um alles von den vielen idyllischen Fleckchen zu sehen und auch einige Zeit zu verweilen, könnte man Wochen zubringen. An einigen Orten mit den malerischen Buchten sind wir vorbeigefahren, weil sonst aus den geplanten drei Monaten wohl ein halbes Jahr wird!

Heute steht nun das letzte Stückchen der südlichen Algarve auf unserer Tour.

Sagres, das südwestlichste Dorf Europas und das Kap, das im Mittelalter als das "Ende der Welt" galt, das

"Cabo de Sao Vicente" - der südwestlichste Punkt Kontinentaleuropas.

Wir lassen uns überraschen.

Ja, das war natürlich ein atemberaubender Blick. Über die Felslandschaft ragt das Cabo de Sao Vicente hinaus in den Atlantik. Die kleine Festung mit dem fotogenen Leuchtturm markiert den südwestlichsten Punkt und ist für viele Touristen ein Highlight auf ihrer Reise, wie auch für uns. Die Sonne schien herrlich warm, der Wind war mäßig, was nicht immer so ist, und die Reisebusse kamen, als wir unsere "Runden bereits gedreht" hatten.

Der obligatorische Bratwurtsstand wurde schnell noch fotografiert, denn Hunger hatten wir um 10.30 Uhr noch keinen.

An der Festung in Sagres, haben wir keinen Stopp eingelegt, weil wir lieber mit Sweety ein Stück den Rundweg gelaufen sind. (Hunde dürfen nicht rein).

Danach gings kurz durch Sagres. Es ist das südwestlichste Dorf Europas und schließlich fuhren wir auch noch zum recht beschaulichen Fischereihafen, wo wir mit diesem Blick unsere Mittagspause einlegten.

Die vielen Eindrücke der letzten Tage müssen wir ein wenig sacken lassen und deshalb fahren wir zum Traumort mit Traumstrand  -  nach Carrapateira an die Westalgarve.