2019 Portugal 

Lissabon und weiter an der Silber- und Surfküste nach Norden

- Die "Serra da Estrela" mit dem höchsten Berg "Estrela Torre"

- Das Weintal "Vale do Douro"

- Der National-Park "Serra da Peneda"

(Porto Brandäo, Lissabon-Belem, Cascais-Bocca do Inferno,

Cabo da Roca, Dorf Azenhas do Mar, Sintra und Park, 

Cabo Carvoeiro, Halbinsel von Peniche und Praia Camping,

Obidos,  Rundtour: Serra da Estrela mit Torre 1993 m und Lagoa Comprida, Viseu,  das Douro-Tal/Peso da Regua, Phinhao im Douro-Tal, Phinhao "Casal de Loivos", Amarante am Rio Tamega, 

Rundtour: Nationalpark Peneda- Grenes -Soajo, Castro-Laboreiro

Vinho Verde bis Moncao)


21. Mai

Die Nacht war sogar windstill dort oben und rechtzeitig fuhren wir nach Porto Brandäo, die Straßen 377 und 377-1 zur Fähre nach Lissabon.

Brandäo ist ein kleiner "vergessener" Ort, von dem die Fußgänger-Fähre die Leute halbstündlich nach Lissabon hin und zurück bringt. ( zum arbeiten)

Unseren Camper konnten wir am Fähranleger kostenlos parken und fuhren zu dritt (Sweety kam mit) für insgesamt 7,00 Euro nach Lisboa/Belem (hin und zurück). Das hatten wir uns deshalb so überlegt, weil uns einige Womo-Touris erzählten, wie voll der Stellplatz in Belem gewesen ist. Während der Fährfahrt hatten wir schon mal ein paar erste Eindrücke und konnten die Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus sehen. 

Und so sind wir dann ganz entspannt und zielgerichtet mit Sweety an der Leine losspaziert.

Ich muss gestehen, dass es mir nicht besonders gut ging, denn ich hatte eine Schwellung hinter dem Ohr und zwar von einem Insekt und leichte Kopfschmerzen dazu.

Es waren sehr viele Reisebusse unterwegs, die ihre Gäste vor den jeweiligen Sehenswürdigkeiten absetzten und dementsprechend lang waren die Warteschlangen.

Uns hat es ausgereicht, die Weltkulturerbe-Denkmäler (Hyronimus-Kloster, Torre de Belem, Entdeckerdenkmal)

von außen zu besichtigen. Wir hatten vor, ggf. eine Sightseeing-Tour mit einem Bus zu machen, doch Hunde waren nicht erlaubt. (Sweety vorab bei +25 Grad im Auto lassen, ging gar nicht.)

Vor dem Hyronimus-Kloster war die Warteschlange zum Kauf der Karte für die Besichtigung enorm lang und der Einlass um das dreifache länger. (übers Internet kaufen wird empfohlen)

Doch ich wunderte mich, daneben standen vielleicht 30 Leute, die rechts hineinwollten. Hier ging es nämlich in die Kloster-Kirche und man kam ohne Eintrittskarte hinein. Dort hab' ich mich dann auch eingereiht und sah mir die Kirche an, um einige Aufnahmen (manche doppelt...) zu machen.

Anschließend sind wir langsam durch den Park zum Fähr-Anleger zurückspaziert, teils am Fluss Tejo entlang, der hier seine lange Reise durch Spanien und Portugal beendet und im Meer mündet.

Lissabon besteht ja nicht nur aus dem Stadtteil Belem, obwohl es der geschichtsträchtigste ist. 

Falls wir irgendwann einmal ohne Hund reisen, kann man sich auf Städtereisen spezialisieren, denn auch Lisboa hat vom Osten bis zum Westen noch viel mehr zu bieten.

Wir steigen nun in unser Womo, nachdem wir ein paar Minuten lang über den Tejo mit der Fähre zurückgefahren sind und rollen zu unserem heutigen Stell-/Übernachtungsplatz immer das Meer im Blick. Ab und zu machen wir Halt und laufen hier und dort an der Küste entlang, auch um ein paar Erinnerungsfotos zu "schießen". Herrliche Aussichten!!!

Zuvor sind wir natürlich über die Ponte 25 de Abril mit dem armausbreitenden "Christus" gefahren und dann erst die Küstenstraße bis nach Cascais - Bocca do Inferno.

Hier gibt es einen Stellplatz, der recht gut besucht war, vorallem von jungen Leuten, die hierher zum Surfen kommen.

Navi-Daten: N 38.723396, W 9.476809    Ü/Stellplatz

Wir standen direkt an der Steilküste und der Wind war sehr schwach, so dass es eine richtig ruhige Nacht wurde. 

(Wenn mich nicht mein Insektenstich in der Nacht so geplagt hätte!)


22. Mai

Heute morgen war meine linke Kopfhälfte stark angeschwollen, das Auge fast zu und es juckte alles sehr stark.

Um es kurz zu machen: Wir fuhren ins Hospital, das sich hier in Cascais um die Ecke befindet. Ich wurde innerhalb einer Stunde verarztet. Ein sehr netter Doktor verschrieb mir für 10 Tage ein Antibiotika und ein Medikament gegen die Schwellung. Das muss ich nun fleißig einnehmen und dann ist hoffentlich wieder alles in Ordnung. Die Verständigung erfolgte mit Hilfe unseres Übersetzungsprogramms. Der Doktor hatte auch seinen Übersetzer dabei und so lief es super. Die Klinik war bestens ausgestattet und alles recht neu.

Inzwischen war Mittag und nach dem Essen rollten wir weiter, zu unserem heutigen Ziel. 

Es war nur ein kurzes Stückchen entfernt, das "Cabo da Roca", welches wir uns anschauen wollten. 

(auch ein wenig wandern und relaxen, quasi Gesichtspflege ha, ha)

Das Cabo da Roca - "Hier, wo das Land endet und das Meer beginnt".

Es ist der westlichste Punkt Kontinental-Europas!

Das Kap steht symbolisch für die portugisische Expansion Portugals als Seemacht. Seit 1772 trotzt der Leuchtturm Wind und Wetter und ist ein Postkartenmotiv. Auch ich konnte nicht anders und musste ihn mehrmals fotografieren.

Dass hier mindestens zehn Reise-Busse nacheinander eintrudelten, war der absolute Wahnsinn. Wir hatten Glück, dass wir unsere Runden auf dem eigentlichen Gelände um den Leuchtturm herum schon gedreht hatten und konnten dem Treiben ganz entspannt zuschauen. Unseren "Kleinen" haben wir zum Kaffee in einer abseits liegenden Ecke weit vorher geparkt und uns entschieden, dass wir die Nacht hier bleiben. Es weht zwar ein wenig, aber es ist sehr schön hier oben! Wir waren bald alleine - und ein Verbotsschild übers"Nachtparken" haben wir nicht gesehen. Wir sind einfach mal mutig ......

Navi Daten: N 38.781299, W 9.49784


23. Mai

Das "mutig sein" hat sich gelohnt, denn es war eine ruhige und sogar sternenklare Nacht. Morgens sind wir beizeiten gestartet, denn wir hatten das  Dorf "Azenhas do Mar" als erstes auf unserer Besichtigungs-Liste (ohne Bus-Touris). Und ich muss sagen, es war sehr fotogen, so wie es dort oben auf  "seiner Steilklippe hing".

Alleine die Fahrt über die schmalen Nebensträßchen mit dem Blick auf den blauen Atlantik war am frühen Morgen ein Genuss. Wir sind natürlich auch ausgestiegen und haben uns hier und dort umgesehen und diese Bilder gemacht.

Jetzt hatten wir die Wahl zwischen Mafra oder Sintra. 

Beides wollten wir uns nicht antun, denn es sind Touristen-Hochburgen. Weil Sintra ein Märchenschloss besitzt und wir die Hoffnung hatten, es zu besichtigen, ging die Fahrt in diese Richtung. Ich muss gestehen, dass wir uns vorab kaum mit diesen ganzen sehenswerten Palacio' (en) beschäftigt haben, denn es sind sieben Sehenswürdigkeiten an der Zahl. 

Na, jedenfalls waren wir wieder mutig und sagten unserem Navi, wo es lang gehen sollte. So fuhren wir tatsächlich bis fast vor Sintras

"Palacio National" (Königspalast, der bis zum Sturz der Monarchie bewohnt war).

Es war mittlerweile kurz vor Mittag und man glaubt es nicht, aber die Einkaufs- und Bummelmeile war mit Touristen übersät. Edwin und Sweety wurde es zuviel und ich spazierte auch zum Womo zurück. Nun wollten wir ja zum Märchenschloss, das hoch oben auf einem Berg steht. Dort oben ist Parken aber völlig aussichtslos, also alternativ die Touri-Bahn nehmen, (oder laufen....)! Doch wie immer mit dem Bus bekommt man ein: "no Hund"!

Ein bisschen enttäuscht sind wir dann zum "Park de Monserate" gefahren, vielmehr gerollt.... immer ein schmales Wald-Sträßchen entlang. 

Dieser Park besteht aus einem kostenpflichtigen Teil und einer Natur-Parkanlage.

Hier mit direktem Blick auf den eigentlichen umzäunten Park haben wir quasi um die Ecke einen so schönen Mittags-Rast-Parkplatz gefunden!

 - und sind eine längere Zeit geblieben. 

Der Eintritt (nur ohne Hund!) in den Park mit Besichtigung eines ehemaligen privaten "Palacio" hätte 16,00 Euro gekostet. Das ist okay, aber Sweety? Sie im Womo lassen - zu warm! Der Rundgang hätte mindestens 3 Stunden gedauert, weil es eine riesige Fläche ist und auch sehr sehenswert sein soll.  

Also um es kurz zu machen, man sollte sich über Sintra, dem Inbegriff der Romantik (wenn man es möchte), besser informieren und  v i e l  Zeit einplanen.


Dieses Schloss "Palacio da Pena" haben wir nicht gesehen. Dafür genossen wir die Zeit im Naturpark an diesem wunderhübschen Seerosen-Teich.

Nun wurde es Zeit, dass wir uns über einen Übernachtungsplatz Gedanken machen. 

Der Atlantik ruft und so rollen wir die Küstenstraße mit einigen kleinen Stopps bei Ericeira und Porto Novo zum windigen Cabo Carvoeiro auf die Halbinsel von Peniche. 

Zuerst wollten wir dort übernachten, aber dann checkten wir auf dem dortigen Camping für eine (stürmische) Nacht ein. Morgens schien zwar die Sonne und die Wellen waren für die Surfer das Highlight, aber wir entschieden für uns: 

Nun ist's genug mit dem Meer!

Ach, ja, unterwegs sahen wir ganz viele dieser kleinen Windmühlen, mal in Betrieb, mal ausgebaut oder verfallen.

Und nun sagen wir vorerst dem Atlantik Tschüß.

(Morgens am Kap Carvoeiro)

Navi Daten: Peniche Praia Camping 

N 39.369444, W 9.391944


 

24. Mai 

Zur Abwechslung mal wieder ein Städtchen!

Nun sind wir ja durch den Wind, der uns recht früh aus dem Schlaf gerüttelt hat, zeitig in Obidos eingetroffen. In der Nähe der Kleinstadt gibt es schöne große Parkmöglichkeiten und auch einen Womo-Stellplatz. Wir wollen uns diese meistbesuchte und bekannteste historische Altstadt anschauen. Und es war wirklich toll, weil wir nicht mit den Massen mitlaufen mussten. 

Obidos hat ein schönes mittelalterliches Ensemble. Die alten Häuschen sind weiß gestrichen, die Türen und Fenster rot/blau oder gelb umrandet und mit Blumen geschmückt. Und die Gassen alle mit Kopfsteinpflaster, die ziemlich glatt sind.  

Ja, und das beste ist, dass die zwei Kilometer lange Stadtmauer gänzlich intakt ist und wenn man möchte, kann man sie entlanglaufen. Auch shoppen (mehr oder weniger brauchbare Dinge) kann man, in den gefühlten tausend Lädchen stundenlang. Uns hat dieses Flair begeistert und wir haben den Charme der Stadt genossen. Bevor die Busse anrollten, fuhren wir weiter.

Inzwischen hat sich Hunger eingestellt und nach dem Essen und einem starken Kaffee beschließen wir den höchsten Gipfel des portugisischen Festlandes, den Torre (1993 m) anzusteuern. Das heißt, wir fahren, solange es gut läuft und wir Lust haben. Einen Übernachtungsplatz werden wir uns am Rande des Naturparks aussuchen.

Man muss dazu sagen, der Verkehr auf den Straßen ist nicht, wie in Deutschland. Man fährt ganz gemütlich, vielleicht aber auch, weil wir ohne Autobahn fahren. 

Wir müssen ein paar Kilometer mehr abspulen, als sonst. Das machen wir und freuen uns schon auf den Gebirgszug der Serra da Estrela.


Viele Möglichkeiten gibt es ja, um zum Torre in die Serra da Estrela zu gelangen. Das war unsere Route:

Wir sind durch sehr schöne Landschaften gefahren und durch kleine Dörfer, die sehr einladend aussahen. Weil ein Ort (Name unbekannt) so hübsch war, machten wir einen längeren Stopp und spazierten durch den Park und anschließend durch den Ort mit den kleinen "Tante Emma-Lädchen". ( kauften u. a. einen Handfeger...unser gab den Geist auf)

Ich habe es noch nicht erwähnt, aber die Einheimischen sind sehr nett und besitzen eine freundliche Art, die uns  gefällt. Wir versuchen immer ein paar Worte auf portugisisch und schon ist das "Eis gebrochen". Es kommen sogar einige Worte auf deutsch zurück. Wir fühlen uns willkommen und das tut gut.

Hier haben wir Sweety das Salz von ihrem Fell abgewaschen und sie fühlt sich jetzt wieder seidig weich an. Weil es warm draußen war, sprang sie von selbst ins Wasser. 

Und die Fahrt ging weiter durch diese blühenden Landschaften, die mich immer wieder zum fotografieren animierten. Wahnsinn, man muß es selber gesehen haben, wo das Auge hinschaut, überall der gelb blühende Ginster.

 

25. Mai

Zum Torre

Unser Schlafplatz für die Nacht ( es gibt mehrere Stellmöglichkeiten für eine Nacht) war auf ca.1600 m Höhe, oberhalb des Stausees "Lagoa Comprida". Am Stausee kann man auch gut stehen.

Von der Fahrt hierher können vielleicht diese Bilder etwas über die Schönheit dieser Bergregion zeigen.

Wenn man Gebirge liebt, ist die Serra da Estrela ideal, denn die Natur hier oben ist fantastisch. Das Auge kann sich auch kaum satt sehen, auch, weil es überall blüht! Von den Farben gelb bis violett, wünderschön anzusehen.

Von den Gebirgsstraßen mit den Aussichtspunkten hat man fast immer einen 360 Grad Rundumblick. Viele Parknischen laden zum Halten ein und bald gibt's nur noch blühende Steinwüsten. Die riesigen Steinhaufen haben eine bizarre Form. Ich denke immer dabei an verwunschene Geschöpfe aus dem Märchen .......

Die Nacht war kühl, aber sternenklar! Wir fühlten uns fast, wie auf dem Dach von Portugal! 

Am Morgen rollten wir dann ein kleines Stückchen zum Stausee hinunter und drehten mit Sweety eine schöne Runde. Dort gibt's auch einige regionale Produkte in einer "Cafè-Hütte".

Viele Wanderwege sind ausgeschildert und wir schwelgten in Erinnerung an unsere Bergtouren in Rumänien vor 30 Jahren.

Und nun ging es hinauf auf das "Dach Portugals" - auf den Torre  - und das bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und eiskaltem Wind!

Natürlich läuft man dort oben alles ab. Es waren kaum Touris dort. Traumhaft diese Aussicht auf 2000 m Höhe!

Dann waren wir aber neugierig, was uns die Straße hinunter mit ihren vielen Kehren an schönen Aussichten noch beschert. Also rollten wir weiter.

Unterwegs sahen wir diese (in einen gigantischen Granitfelsen gehauene) Felsenmadonna

Sie ist eine Schutzpatronin der Serra da Estrela und breitet ihren Mantel über zwei Hirten aus.


Auf 1 420 m Höhe zeigte ein Wegweiser einen

Wanderpfad an, der zu einem kleinen Quellfluss führt. In diesem romantischen Waldstück, wie aus einem Märchen mit Birkenbäumen, grünem Rasen und kleinen Wasserläufen, haben wir unser Mittags-Picknick eingelegt.

Jetzt ging es weiter bergab und wieder ist es eine reizvolle Strecke mit guter Fernsicht. An manchen Stellen etwas eng, aber problemlos zu fahren. Es geht durch ein Gletschertal immer weiter über Covilha und Penhas da Saude abwärts.

Nun waren wir fast unten und vom vielen Schauen irgendwie pausenreif. Schon bald gab es eine  g a n z  lange Kaffeepause in Kombination mit einer warmen Mahlzeit hier an diesem schönen Plätzchen.

Es ist ja solange hell und man schaut kaum auf die Uhr. Wir haben in Portugal "unsere deutsche Winterzeit", weil die Uhr hier ja um eine Stunde zurückgestellt werden muß. Damit kommen wir sehr gut klar. 

Jedenfalls sind wir dann nach dem Relaxen doch noch zu unserem eigentlich geplanten Stellplatz nach Viseu 

(die zu den ältesten Städten Portugals zählt) gefahren.

Navi Daten : N 40.74067, W 8.08647

Der Stellplatz hat V + E,  er ist kostenlos und auch zentral gelegen.

Wir haben die Serra ohne großartige Info bereist, weil wir diesen Teil nicht auf dem Plan hatten. 

Besser ist es, sich vorab über die vielen Möglichkeiten der Anfahrt und auch über einige Sehenswürdigkeiten zu informieren, um die richtige Rundtour zu wählen.


26. Mai

Nun sind wir in Viseu gelandet und wollen uns die "alte Stadt" auch anschauen. Die Temperaturen sind natürlich nicht so eisig, wie auf dem Torre. Es wird sehr warm werden, wie auch die Nacht, das spürt man.

Wir marschieren zeitig los und ich muss sagen, auch wenn die Bilder nicht so "blühend" aussehen, mir hat dieser alte Charme der Stadt gefallen. Vieles wird restauriert, anderes 

wartet noch darauf, verschönt zu werden. Man spürt die Ruhe und Beschaulichkeit in den alten engen Gassen und bekommt ein Gespür, wie in den Jahrhunderten das Leben ablief.

Fern ab von den Touristen-Hochburgen bezahlten wir für zwei Kaffee Americano und einen Orangensaft nur 2,70 Euro und das in einem Café am besten Platz mit "König Dom Duarte" in Gesellschaft. 

Das Douro-Wein-Tal

Gut, dass wir den Vormittag genutzt haben, denn gegen Mittag ist man nicht mehr alleine. Nun noch etwas essen und dann fahren wir weiter. Zum Kaffee treffen wir im Douro-Tal ein. 

Und zwar auf dem Stell-/Übernachtungsplatz mit V+E.  

Wir fahren Nationalstraßen und die freie Autobahn. Es lief zügig, nur durch Lamego wurden wir und einige andere Autos mit der Polizei eskortiert. Überall sahen wir Triathlonsportler und auch andere Veranstaltungen. Die Straßen waren einige Zeit gesperrt. (26.Mai ?)

Navi Daten:  Peso da Regua 

N 41.15611, W 7.7797

Der Platz ist groß und bietet viele Stellmöglichkeiten direkt am Douro.

Die Fahrt war wie immer sehr "bunt" und der erste Blick auf das Weintal wunderschön.

Wir standen unter der Metallbrücke, die heute eine Fußgängerbrücke ist und 1872 gebaut wurde.

Dann gibt es die obere Autobahnbrücke und mittig befindet sich die Brücke, über die man zum Ort und zum Stellplatz kommt.

Ein kleiner Bummel mit Sweety am Fluss entlang bis zum Schiffsanleger haben wir noch gemacht. Es waren nahe 30 Grad und so haben wir den Abend ruhig ausklingen lassen.

Morgen rollen wir eine der schönsten Panoramastraßen Europas, die N 222 am Douro entlang. 

Es soll nach Pinhao, einem idyllischen Weinort gehen.


27. Mai

Wir sind jetzt in Pinhao. Gleich früh morgens fuhren wir los.

Diese Strecke, ca. 30 km, von Peso da Regua bis nach Pinhao haben wir in vollen Zügen genossen. Die Straße 222 zählt zu den schönsten Europas und man hat (zumindest der Mitfahrer) immer einen tollen Blick auf die Weinhänge und den Douro. Sie ist zwar etwas kurvig und teilweise auch schmal, aber lässt sich gut fahren. Die vielen Aussichtspunkte ermöglichen ein Anhalten und so kann man die wunderschöne Landschaft auf sich wirken lassen.

Man muss, um in den Ort zu gelangen, über die Eisenbrücke fahren, die etwas eng ist. Aber der Gegenverkehr war beide Male rücksichtsvoll, auch Busse meistern dieses Nadelöhr.

Wir hatten uns vorab keinen Stellplatz notiert und sind ersteinmal zum Bahnhof gefahren, um uns dort die historischen Kachelbilder mit Motiven des Weinanbaus am Douro anzusehen und auch um zu schauen, ob es dort Parkmöglichkeiten gibt.

Von dort sahen wir einige Autos und auch Personen-Transporter am Schiffsanleger stehen. Dort fuhren wir hin.

Wir hatten viel Glück mit einem Platz im Halbschatten, den wir den Tag und die kommende Nacht nicht mehr räumten. 

Es gab einen Wasserhahn, einen schattigen Park, eine schöne Promenade und...  und... und...

Platz (unser) mit Glück: N 41.18979, W 7.54531

Platz (lt. Camper-K.): N 41.18881,  W 7.54991

Am Letzteren sahen wir auch größere Womos stehen.

Es ist eine Stich-Straße, die am Douro liegt.

Natürlich haben wir uns gleich mal auf den Weg gemacht, um uns umzusehen. Es gibt eine Straße mit ein paar Lädchen, mittendrin der Bahnhof und ansonsten lebt der Ort von den Fluss-Kreuzfahrten und den kleineren Bootstouren auf dem Douro. Ein schickes Hotel gibt es auch noch - und die traumhafte Kulisse. Das ist es, was fasziniert! Die Sonne, der blaue Himmel, das Grün der Weinhänge und die entspannte Atmosphäre in den vielen Lokalen!

Wir haben uns zwei Karten gekauft für eine Bootstour auf einem kleinen, hölzernen, historischen "Portwein-Kahn". Die dauerte 2 Stunden, hinein in das Weltkulturerbeteil des Alto Douro. Das war etwas ganz besonderes und Sweety durfte (kostenlos) mitfahren!

Als wir wieder am Womo eintrudelten war es schon ziemlich warm. Alles wurde durchgelüftet, vorallem die große "Ritsch-Ratsch-Tür" in Verbindung mit der Hecktür ist dabei von Vorteil. Das Essen war schnell gemacht und mit ein paar Leckereien und einer guten Tasse Kaffee lassen wir den Tag und den Abend ausklingen. 

Das fällt uns bei diesem Anblick über den Douro nicht schwer. Morgen möchten wir zu einem der schönsten Douro-Aussichtspunkte hochfahren. Von dort soll man einen sehr schönen Blick auf Pinhao und seine Douro-Kurve (das berühmte " L ") haben.


28. Mai

Eine ruhige Nacht hatten wir, kein einziges Auto war weit und breit zu sehen. Die Polizei fuhr Streife (wohl auch wegen der Schiffe, die für die Nacht dort anlegen) und grüßte uns. Alles kein Problem, solange man kein Camping betreibt. 

Lange saßen wir noch bei offener Tür und schauten den tanzenden Paaren auf dem Flusskreuzer zu, das genau vor uns anlegte.

Morgens ging es dann nach dem Frühstück (und den meistens gleichen Tätigkeiten) zum Aussichtspunkt oberhalb von Pinhao "Casal de Loivos".

Aussichtspunkt N 41.198701, W 7.532014

Die Straße schlängelt sich weit nach oben und ist eigentlich ganz gut zu fahren. Nur leider gibt es dort oben fast keine Parkmöglichkeiten für normal große Womos. Unser "Kleiner" passte noch in eine Parklücke längs der Straße. Das Umdrehen war etwas schwierig, aber weil kaum etwas fährt, ging alles in Ruhe ab. Einheimische halfen beim Einweisen.

Ja, und dort oben am Aussichtspunkt war natürlich eine super Sicht, die wir auf uns wirken gelassen haben.

Vielleicht können die Bilder hiervon ein wenig vermitteln.

(hier wurde bis in die Nacht getanzt - und man hats von der Musik gehört, alles war schalldicht)

Mit diesen wunderschönen Aussichten sind wir dann schweren Herzens wieder runtergerollt. Wir freuen uns nun auf die Rückfahrt, denn die Straße führt immer am Douro entlang. Nach Amarante, einer Stadt mit Postkartenmotiv, wollen wir fahren. 

Wir rollen die ca. 60 km durch alte Dörfer, mal ziemlich hoch oben, dann wieder hinunter, aber immer mit Blick auf die Weinanbaugebiete. Und den Douro. Dann verlassen wir den Fluss, biegen ab und erreichen die Stadt, die auch malerisch an einem Nebenfluss, dem Rio Tamega liegt. 

Noch am Vormittag trudeln wir hier mit Hindernissen ein. So wie es uns erging, haben es auch andere Womofahrer erlebt, jedoch noch einen Tick schärfer.

Es war nämlich folgendes passiert. Der Stellplatz, den wir uns im Parque Florestal ausgesucht hatten, war durch Schausteller-Wohnwagen zugeparkt und die Zufahrt versperrt. Nun gut, es gibt ja noch einen zweiten, da fahren wir jetzt hin. Das Navi zeigt uns den Weg und wir stehen vor dieser schmalen steinernden Brücke. Vorgeschriebene Fahrtrichtung! Aber nur zugelassen bis zu einer Länge von 5,50 m! Das Schärfste war, das ein Campingschild (Wohnwagen?) den Weg anzeigte. Wir überfuhren also die enge Brücke. Aber dann kam's: rechts abbiegen von der schmalen Brücke in einem Winkel von 90 Grad. Jetzt wussten wir, warum die Längenbegrenzung! Nun, irgendwie kam Edwin ohne Schramme mit der Hilfe von ein paar portugisischen Einweisern um diese Ecke und wir rollten dann ca. 200 m weiter zu unserem idyllischen Stellplatz. Das war natürlich fast ein Schildbürger-Streich.
Es war nämlich folgendes passiert. Der Stellplatz, den wir uns im Parque Florestal ausgesucht hatten, war durch Schausteller-Wohnwagen zugeparkt und die Zufahrt versperrt. Nun gut, es gibt ja noch einen zweiten, da fahren wir jetzt hin. Das Navi zeigt uns den Weg und wir stehen vor dieser schmalen steinernden Brücke. Vorgeschriebene Fahrtrichtung! Aber nur zugelassen bis zu einer Länge von 5,50 m! Das Schärfste war, das ein Campingschild (Wohnwagen?) den Weg anzeigte. Wir überfuhren also die enge Brücke. Aber dann kam's: rechts abbiegen von der schmalen Brücke in einem Winkel von 90 Grad. Jetzt wussten wir, warum die Längenbegrenzung! Nun, irgendwie kam Edwin ohne Schramme mit der Hilfe von ein paar portugisischen Einweisern um diese Ecke und wir rollten dann ca. 200 m weiter zu unserem idyllischen Stellplatz. Das war natürlich fast ein Schildbürger-Streich.

Unser Pech war, dass wir zuerst durch die Stadt gefahren sind und nicht von außerhalb den Stellplatz angefahren haben. Aber zwei andere größere Womos konnten es noch besser, die sind die Brücke rückwärts gefahren, anschließend eine Sackgassen- Straße hoch gefahren und mussten oben wenden. Irgenwann schafften sie dann auch den Weg durch die Stadt zurück bis zu unserem Stellplatz. Wir waren gerade spazieren, sahen es und litten mit....

Navi Daten: am Rio Tamega  - fußläufig zentrumsnah 

N 41.273451,  W 8.07366

Nach dem Schreck gab es erstmal Mittag und ein Stück Kuchen als Dessert und dann haben wir in aller Ruhe einen Bummel durch die charmante Stadt gemacht. Die mittelalterliche Bogenbrücke und das angrenzende Kloster mit dem grünschimmernden Nebenfluss des Douro (Rio Tamega), es sind wirklich schöne Fotomotive. 

Die Leute in den kleinen Lädchen sind herzlich und so kauften wir auch noch einiges ein.

Der Tag begann super mit dem Aussichtspunkt und endet hier am Fluss ruhig und entspannt.

Morgen werden wir uns auf den Weg in den nordöstlichen Teil des Nationalparks Pedena-Grenes machen.


29. - 30. Mai

Es war schön kühl am frühen Morgen und wir setzten die Räder in Bewegung in Richtung Guimaraes, Braga und weiter nach Arcor de Valdevez.

Wir fahren in den einzigen National-Park Portugals!

"PARQUE NATIONAL DE PENEDA-GERES"

Angekommen am Park rollen wir über ein schmales Bergsträßchen bis nach Soajo. Das ist ein herrlich gelegenes Berg-Dorf, umgeben von Gebirge. Hier auf dem Dorfplatz gibt's eine Stellmöglichkeit für Womo. (Wasser, Entsorgung und WC-Haus)

Navi Daten:  N 47.87189,  W 8.26336

Es ist ein authentisches, bodenständiges Dorf, das eine Ruhe und Entspanntheit ausstrahlt ..... Wir saßen mit dem Blick auf die Berge noch lange vor dem Womo und beschließen den morgigen Tag hier zu verbringen.

Hier einige Bilder, die diese zwei Tage entstanden sind. Übrigens gibt es hier am Dorfplatz, dem "Pranger", ganz in der Nähe 27 historische Mais-Speicher. Diese Maisspeicher sind aus Granit und stehen auf Steinfüßen auf einem felsigen Plateau, damit die Mäuse nicht rankommen und die Maiskolben vor Feuchtigkeit geschützt sind.

Direkt im Herzen des Dorfes haben wir gestanden.

Auf dem Wappen sind ein Hund und ein Rind abgebildet. Das sind Barrosa-Rinder mit ganz langen Hörnern, die abends ihren Weg hier bei uns kreuzten. Die gleichnamige Hunderasse wird hier gezüchtet. Die Schafe laufen über den Platz und die Pferde gehen auch abends hier vor uns spazieren.

Das Futter oder sonstiges, was man benötigt, wird von den Bewohnern auf dem Kopf transportiert. Wir grüßen freundlich und winken, es kommt ein Winken zurück, manchmal auch ein Fragen:  "Wo kommt ihr her?" Wir verständigen uns mit Händen und Füßen. 

Eine Grund-Schule ist auch hier am Dorfplatz und beginnt um 9.30 Uhr. Mittags gehen alle gemeinsam essen, alles ohne ein Anzeichen von Hektik und Stress.

Das sind, wie beschrieben, unsere persönlichen Eindrücke.

Morgen wollen wir eine Rundtour durch den nordöstlichen Teil des Nationalparks mit dem Womo machen.

Es ist ein fantastisches Wandergebiet und auch gut ausgeschildert, wie es scheint.

Zwei Tage sind nun wieder vorrüber.

Bald werden wir Portugal verlassen. Wir können es kaum glauben, aber die Reise durch dieses Land geht dem Ende zu. Das ist gewiß: Portugal ist etwas ganz besonderes!!!


31. Mai

Heute morgen starten wir nun zu unserer Rundtour und möchten ganz tief in dieses Naturschutzgebiet "eintauchen".

Es ist der einzige Nationalpark in Portugal, der seit 1971 unter Naturschutz steht. Dieses geschützte Biosphärenreservat der UNESCO liegt im äußersten Norden, an der Grenze zu Spanien. Viele offizielle Wanderwege gibt es, die wir in jungen Jahren bestimmt gelaufen wären. Jetzt rollen wir durch das Gebiet und laufen ein paar kurze Wege, um die Schönheit zu verinnerlichen.

Eine kurze Routenbeschreibung: (Karte erforderlich)

Von Soja geht's los nach Adrao, von dort weiter über Tino nach Roucas. Die N 202 schlängelt sich von dort nach Baleiras und zum Abzweig der Nossa Kirche. Nun erreicht man bald den Picknick-Platz, einen großen Parkplatz und den Waldcamping. Unsere Route geht aber bis Lamas de Mouro weiter auf der 202-3 bis Castro - Laboreiro. 

Hier bleiben wir auch die Nacht.

Enge Straßen machen etwas nervös, aber genau die Straßen, die sich bergauf und bergab winden, bringen uns in diese unberührte Natur. Dazu die wunderschönen Aussichten auf saftig grüne Berge und die idyllischen Bergdörfer - das macht den Besuch lohnenswert. 

Wir sahen Garrano-Wildpferde in der Ferne und zum Teil frei lebende, hellbraune Barrosa-Rinder mit ihren langen gebogenen Hörnern. 

An vielen Aussichtspunkten standen wir und konnten uns nicht sattsehen. Kein Bild kann das einfangen, was das Auge wahrnimmt und den Gesamteindruck wiedergeben. Man muss ein Naturliebhaber sein, um diese Schwärmerei von mir zu verstehen. 

Auch in den Dörfern haben wir kleine Spazier-Runden gedreht und wenn wir freundlich gegrüßt haben, kam auch ein verhaltenes Grüßen zurück. Hier in den Bergen ist harte Arbeit angesagt und man ist demütig und bescheiden im Auftreten. Wir mögen diese ehrliche und freundliche Art.

Ein besonderer Höhepunkt war die WALLFAHRTSKIRCHE von PENEDA.

Zu Ehren der Schutzheiligen Nossa Senhora das Newes wurde vor einem 300 m aufragenden Felsen diese Kirche im 19. Jahrhundert errichtet.

Die unberührte Berglandschaft rund um den Wallfahrtsort verbreitet beim Besuch eine andächtige Stimmung. 

In der ersten Septemberwoche pilgern Hunderte hierher, auch aus Galicien.

Wir stapften (übrigens waren wir ganz alleine), die gewaltige Treppenanlage hoch. In den 20 kleinen Kapellen sind Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt. Oben in der Kirche erwartete uns dieses:

Erst als wir nett gegrüßt haben, erwärmte sich das Herz der beiden Frauen, die dort einen Verkaufsstand haben. Und ich durfte ein Foto machen. Zum Abschied haben sie lange gewunken.
Erst als wir nett gegrüßt haben, erwärmte sich das Herz der beiden Frauen, die dort einen Verkaufsstand haben. Und ich durfte ein Foto machen. Zum Abschied haben sie lange gewunken.

Wir sind dann irgendwann in Castro Laboreiro eingetrudelt und haben ein Plätzchen mit dieser fantastischen Aussicht (Miradour castello) gefunden. Dort war es so ruhig. Wir waren fast die einzigen Gäste in diesem historischen Bergdorf und haben beschlossen, die Nacht hier zu bleiben.

Navi Daten: N 42.02908, W 8.15982

Ja, und morgen werden wir die "Vinho Verde Route" über Melgaco bis Moncao (die 202 am Rio Minho) entlangrollen, um dann Portugal zu verlassen.

Portugal - was für ein Land!

Niemals hätten wir gedacht, dass uns dieses Land so begeistert. Landschaftlich ist es ein Traum, vom Meer bis in die Berge! Und die Menschen, einfach sehr sympathisch. Wir hatten das Gefühl, willkommen zu sein!

Eigentlich wollten wir nur einen "weißen Fleck" auf unserer Landkarte am Womo bereisen. 

Aber inzwischen glauben wir, dass uns Portugal nicht zum letzten Mal gesehen hat.

Mit ein wenig Wehmut nehmen wir Abschied und werden morgen nach Spanien - Galicien weiterfahren. 

Unser Ziel wird zuerst Santiago  de Compostella sein.

Aufnahmen von dem Gebiet um Castro Laboreiro.