2019 Andalusien 2.Teil

20. April

Ja, wir haben uns entschlossen ein paar Ruhetage einzulegen, auch um einmal durchzuatmen und unsere Campingmöbel zu nutzen. Leider ist ein Campingverhalten auf den meisten Stell-/Übernachtungsplätzen nicht erwünscht und ein Runter- und Ankommen fällt dann etwas schwer. Aber wenn man auf Reisen ist, geht es oft nicht anders, weil man möglichst nahe am ausgesuchten Ziel eine Übernachtung sucht. Und man freut sich über jeden annehmbaren Platz, den man findet. Die Campingplätze liegen selten zentral.

Wir sind jetzt auf dem Campingplatz "Rio Jara", der ca. drei km von Tarifa entfernt ist, gestrandet. Er hat eine gute Lage mit Meerzugang und nach dem ersten Eindruck ist er für unsere Ansprüche ausreichend. Die Stellplätze erscheinen uns etwas schmal, aber für die drei, vier Tage ist das Ok.

Gestern abend, nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, wollten wir noch einen Strandspaziergang machen. Doch das ging nicht und wir waren zuerst ganz schön erschrocken, bis wir eines Besseren belehrt wurden. Der Fluss, der sich unmittelbar zwischen Camping und Meer seinen Weg bahnt, war voller Wasser! Zusätzlich wurde das  Flusswasser von der Kraft der Flut bis an die Brücke gedrückt. Um den Strand und das Meer zu erreichen, hätten wir eine Strecke im Fluss-Wasser zurücklegen müssen und wären mindestens bis zu den Hüften nass geworden. Für Sweety gar nicht machbar mit den Ohren.

Also, das Meer mit dem Sandstrand blieb an diesem Abend für uns unerreichbar.......

Aber dann am Samstag sind wir gleich nach dem Frühstück zum Strand und siehe da, die Flut war weg und der Fluss war wieder brav in sein "Bett" zurückgekehrt. Das Licht war bezaubernd, das Meer ruhig und kein Lüftchen bewegte sich. Am schönsten war dieser lange, breite, feinkörnige Sandstrand! Wir wanderten rechts am Strand entlang und erreichten u.a. eine Strandbar, einen Pferdehof und eine Kitesurfer-Schule. Sogar an einem geduldeten Stellplatz für Womos kamen wir vorbei.

Es war ein sehr schöner langer Spaziergang und irgendwann am Nachmittag waren wir zurück auf dem Camping. Jetzt schnell "Feuer unterm Herd" und was Leckeres gezaubert, denn solch ein Strandtag macht hungrig.

Hier ein paar Bilder von diesem Tag:

Das ist der Zugang zum Strand vom Camping - jetzt ohne Wasser!

Für das Auge war diese Wanderung sehr abwechslungsreich, mehr oder weniger auch durch die hübschen (spanischen) Kiefern und das heideähnliche blühende Naturschutzgebiet!

Das ist die Fernsicht von der Straße, bevor wir zum Camping abbogen. Dieser Blick hat uns gesagt, hier bleiben wir!
Das ist die Fernsicht von der Straße, bevor wir zum Camping abbogen. Dieser Blick hat uns gesagt, hier bleiben wir!
Nun lassen wir diesen Ostersamstag mit netten Gesprächen hier und dort auf dem Platz ausklingen.


21. April

Heute ist Oster-Sonntag!

Wir wünschen euch allen ein frohes und gesundes Osterfest!

Danke, ihr lieben Osterhäschen. Wir haben uns sehr gefreut!
Danke, ihr lieben Osterhäschen. Wir haben uns sehr gefreut!

Heute sollte es in die andere Richtung gehen und zwar nach Tarifa. Aber nicht mit dem Womo, sondern zu Fuß! Sweety muss sich bewegen, sie hat schon zugenommen vom wenigen Toben und meine Verstauchung ist besser geworden.

Ach, ja, ich habe mir vor 3 Tagen meinen Zeh gestaucht, er ist blau und grün, sieht gut aus. Zum Glück hatte ich Pferdesalbe mit! 

Also, los geht's, ein richtiger langer Osterspaziergang soll es werden. Die Rucksäcke sind gepackt und der erste Teil des Weges führt ca. 500 m neben der Straße auf einem ausgetretenen Pfad entlang. Danach geht es rechts in das Naturschutzgebiet und weiter auf einem Holzsteg, der von der EU gefördert wurde. Man kann das Städtchen Tarifa nicht durchgehend über den Strand erreichen, weil Flussläufe den Weg versperren.

Noch ein Wort zu Tarifa. Es ist ein kleines Städtchen mit arabischem Einschlag und es ist die südlichste Stadt des europäischen Festlandes, wo das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen. Getrennt von Afrika durch die 14 km breite "Straße von Gibraltar". Man kann von hier aus das marokkanische Atlasgebirge sehr gut erkennen.

Und immer wieder diese blühenden Heidewiesen, die zum fotografieren verführen.

Wir haben diesen 4 km langen Weg tatsächlich geschafft, sind aber auch ein gutes Stück am Strand entlanggelaufen. Dabei sahen wir die Tragflächenboote, die in 30 Minuten Afrika (Tanger) erreichen. 

Die vorgelagerte Vogelschutzinsel (Punta Marroqui) ist vom Strand aus zu sehen (Leuchtturm) und nur mit Voranmeldung und einer Führung zu betreten. Das haben uns andere Touristen erzählt.

Bis dorthin sind wir gewandert und dann gab's in der Strandbar eine wohlverdiente kulinarische Pause. Es war mittlerweile schon Nachmittag und wir hatten ja den gleichen Weg rückwärts. Also ging's ganz langsam wieder zum Camping zurück.

Die Sonne hatte sich mittlerweile versteckt und der Wind frischte auf, die Kitesurfer kamen auf ihre Kosten. Wir heizten uns ein, indem der Grill zum ersten Mal in diesem Jahr angezündet wurde. Ein schöner Sonnenuntergang war die Krönung.

(Das sind alles Wildblumen, die am Wegesrand wachsen.)


22. April

Es ist Ostermontag - wir hätten gerne einmal draußen gefrühstückt, aber wieder war der Himmel wolkenverhangen, es sah aus, als sei es Hochnebel. Es war sehr windstill und so sind wir eine lange Runde am Meer mit Sweety gelaufen. 

Zwei Reitergruppen hatten die gleiche Idee.

Zuerst in Richtung Tarifa, weil wir wissen wollten, wann der Fluss im Meer mündet und dann in die andere Richtung. Dort, ganz weit hinter dem Camping saß eine größere Kite-Surfer-Gruppe im Sand und wartete! Ja, sie warteten auf Wind! Und wir als Laien dachten, na, das wird wohl heute nichts, denn so windstill war es die ganzen Tage nicht.

Falsch gedacht, das Wetter hier ist nicht berechenbar. Zu Mittag kam heftiger Wind auf und überall waren die bunten Gleitschirme zu sehen, von Tarifa bis zum Ende in westlicher Richtung. Gute 6 km nur buntes Gewimmel am Himmel bis zum Abend.

Das haben wir uns nicht entgehenlassen und sind nocheinmal losgewandert. Es waren inzwischen Hunderte Kitesurfer und auch die Surfschulen am Strand, sicher ein Treffen zu Ostern?

Zwischendurch haben wir etwas gegrillt und ein wenig mit netten Nachbarn geplaudert. Ach ja, ich hatte auch noch Wäsche  - und das Ostern🤗.Alles trocken geworden.

Und nun ein paar Bilder vom heutigen letzten Tag auf diesem Campingplatz:

 

Diese vier Tage waren schön für uns hier am Strand von Tarifa und auch für Sweety, die sich bald wie zu Hause fühlte.  

Wir haben eine grobe Planung für die nächsten Touren gemacht, denn einige Reiseziele liegen ja noch in Andalusien vor uns, bevor wir Portugal erreichen.


23. April

Es hat die ganze Nacht wie aus Kannen gegossen. Am Morgen waren auf dem Camping überall kleine "Teiche" und die Sweety blieb im Korb liegen, bis wir gegen halbzwölf dem Camping Tschüß sagten. Erst als wir ein kleines Stück gefahren waren, kam die Sonne zum Vorschein, man glaubt es nicht. Nun konnten wir unsere Tour doch noch bei Sonnenschein, wie geplant, starten. Wie gesagt, das Wetter ist hier völlig anders, als bei uns in Vorpommern, so unser Empfinden.

Das war die Tour heute. Zuerst die antike Ausgrabungsstätte Baelo Claudia, dann die weite Sandbucht von Bolonia mit der Düne und zum Abschluss das schneeweiße Städtchen Vejer de la Frontera
Das war die Tour heute. Zuerst die antike Ausgrabungsstätte Baelo Claudia, dann die weite Sandbucht von Bolonia mit der Düne und zum Abschluss das schneeweiße Städtchen Vejer de la Frontera

Die Fahrt war kurz und schon standen wir auf dem Parkplatz vor dem Museum der archäologischen Stätte, die sich nahe dem Dorf Bolonia befindet. Mit unserem "Kleinen" passten wir in die Parklücke. Zwei größere Womos standen quer, weil kein Platz war. Es war auch ganz schön was los. Also, um es kurz zu machen, wir durften unseren Hund nicht mit auf den Rundgang nehmen. Da Sweety, bedingt durch den Regen, jetzt aber unbedingt laufen wollte, verzichteten wir ersteinmal und wanderten zum Strand. Und das war gut so, denn ringsherum um diese römischen Ruinen (2. Jh. v. Chr.) führte ein Holzsteg und von dem konnte man wunderbar die Reste dieser Ansiedlung bestaunen. Das haben wir zufällig entdeckt und uns alles angesehen, so gut es ging.

So schlenderten wir dann gemütlich diesen Steg weiter.... und vor uns lag der Atlantik mit dem bisher schönsten Strand dieser Reise!

Wenn es auch nur 17 Grad waren und ab und zu dunkle Wolken aufzogen, so war es doch eine sehr angenehme Wanderung, die alle Sinne ansprach.

Ein bisschen Übermut muss auch mal sein.....viele Fischerboote lagen am Strand und einige saßen dahinter und verzehrten das Mitgebrachte.

Leider konnten wir die Düne nicht mehr hochkrabbeln, denn plötzlich kamen dunkle Wolken auf und erste Tropfen fielen.

Also sind wir dann auch zurückgestapft und kaum waren wir in Dorfnähe, schien die Sonne wieder ........ Wir sahen dann beim Vorbeigehen unterhalb der Ausgrabungsstätte auf einem fast nicht zu befahrenen Gelände einige Womos aus aller Herren Länder. 

Kurz davor sahen wir aber einen großen ehemaligen Parkplatz der Ruinenstätte, der mit einem Tor verschlossen war. Schade, dieser Platz hier unten am Strand wäre ein wirklich toller Stellplatz, vorausgesetzt man will es. Doch wie es aussieht, ist er ewig nicht befahren worden, obwohl man ihn einmal aufwendig hergerichtet hat, sogar mit Sanitärgebäude.

Man wird den Gedanken nicht los, dass die Womotouristen keine besondere Lobby in Spanien haben. 

Na, das ist ja auch nicht so schlimm, wir finden immer ein Fleckchen, das uns gefällt und auf dem wir bleiben, solange bis die Räder wieder rollen.

Und nach diesem Strandlauf starten wir nun den Motor wieder und fahren ein paar Kilometer weiter bis nach Vejer de la Frontera.  

Das ist ein schneeweißes Städtchen und aus der Ferne gesehen trohnt es wie ein Adlernest auf einer Anhöhe. Wir haben es gewagt in die Stadt zu fahren und hatten Glück mit einem Parkplatz. Die Straßen sind aber sehr eng und mit etwas größeren Mobilen sollte man über Camper-Kontakt ggf. einen Platz vor der Altstadt ansteuern.

Nun ja, wir hatten Lust und Zeit, nachdem wir uns ersteinmal tüchtig gestärkt hatten, einen ausgiebigen Bummel durch dieses Städtchen mit langer Vergangenheit zu machen.

Ein bisschen Glück hatten wir auch, denn vor uns ging eine Reisegruppe, die geradewegs zu einem der alten Stadttore unterwegs war, um auf die Stadtmauer zu steigen. Alleine hätten wir den Weg dorthin nicht gefunden, so verwinkelt sind die schmalen Gassen in der Altstadt. Es gibt viele Plätze, besonders der "Plaza de Espana" mit dem schönen Brunnen, einige Stadttore, eine Festung und vieles mehr. Natürlich auch Lädchen, in denen man Stöbern kann und Cafés, in denen man verweilt, wenn die Füße weh tun.

Es wurde nun Zeit und wir suchten per Camper-Kontakt unseren Stellplatz in der Nähe der Stadt auf. Es war ein Windmühlen- Platz. Doch so richtig sagte er uns nicht zu, war von Bauarbeitern zugeparkt.  Und deshalb rollten wir den Weg noch ca. 200 m weiter. Und siehe da, hier war eine vorgelagerte Grillwiese und nun stehen wir seitlich davon im Grünen und hatten sogar noch Besuch. Der Bauer trieb seine Kühe zurück und signalierte uns ein Ok. 

Navi Daten: N 36.24173 , W 5.96473

Das war ein erlebnisreicher Tag.


24. April

Das ist heute unser Übernachtungsplatz. Wir befinden uns am Golfo de Cadiz und zwar beim Dörfchen El Palma in der Nähe der Stadt Conil de la Frontera an einem breiten langen Strand. Hier stehen wir mit noch 3 Womos und fühlen uns sicher, denn soeben ist ein Polizeiauto Kontrolle gefahren. Alles Ok. Wir werden ohne Campingverhalten geduldet.

Navi Daten:  N 36.24410,  W 6.077468

Heute morgen sind wir von unserer "Übernachtungs-Grillwiese" nur ein paar Kilometer zum Cabo de Tralfalga gefahren, um von dort zum Leuchtturm zu wandern. 

Das Wetter war zum Wandern Ok, der Wind ist zwar sehr frisch gewesen, aber kein Regen. Ab und zu kam die Sonne bei 18 Grad auch durch. Es war eine absolut schöne Wanderung und wir waren nicht die einzigen, die den brausenden Atlantik und den Leuchtturm oben auf der Anhöhe erleben wollten. Es erschien mir alles viel rauher, als gestern. Die Strandblumen waren kleiner und sahen anders aus. Auch die Steinformationen hatten eine ganz andere Form.

Wir konnten gar nicht verstehen, weshalb der Parkplatz, der im Reiseführer angegeben ist, um zum Leuchtturm zu wandern, geschlossen hatte. 

Wir hatten Glück mit der Parklücke gegenüber der Straße vor einer Gaststätte. Benutzen hätten wir den Park-Platz eh' nicht, denn wie so oft: Höhenbegrenzung! 

Viele Womos fuhren vorbei, keine Chance in der Nähe zu stehen und vielleicht dieses tolle Strandlokal zu besuchen, um ein wenig Geld da zu lassen!

Während wir hierher fuhren, sahen wir überall saftige Wiesen mit richtig starken Bullen darauf grasen und sogar Felder, auf denen das Getreide schon recht gut stand. Alles war so grün, wie man es nur aus Nordeuropa kennt.

Weil wir einen Platz suchten, um uns nach der Wanderung etwas zu entspannen und ggf. zu übernachten, sind wir wieder ein kleines Stückchen (zuletzt nur geschotterter Weg) weitergerollt und stehen nun hier mit einem schönen Blick auf den Atlantik. 

Aber lange hielt uns nichts im Womo und wir mussten wieder ein paar Runden mit Sweety drehen, die sich endlich tippi-toppi fühlt.

Auch das war einfach nur schön, wenn der Wind auch mächtig auffrischte und Sweetys Augen voller Sand waren. Zuerst liefen wir am langen, feinkörnigen Sandstrand entlang, immer mit dem Blick auf die weißen Häuser von Conil de la Frontera, bis wir rechts in ein großes Wiesenstück abgebogen sind. Von hier kann man auch bis zur Stadt maschieren und außerdem einen geschichtsträchtigen Turm von 1725 kreuzen. Das Meer bleibt der treue Begleiter, nur der Wind war angenehmer, etwas abseits vom Wasser.

Wieder ein Blumenbild! Vielleicht nervt es schon, aber ich kann mich so sehr über die Blumen am Wegesrand freuen. Warum das so ist, ich weiß es nicht so genau. Vielleicht deshalb, weil es bei uns in Deutschland an den Wegen und Straßenrändern keine Wildblumen mehr gibt. Als Kinder haben wir oft ganze Sträuße vom Spielen in der Natur mit nach Hause gebracht.

Dieser Natur-Wandertag war Erholung pur. Beim Kochen zählten wir die Wochen seit wir unterwegs sind. Deshalb, weil wir noch mit der ersten (2 x 11 kg haben wir mit)  

11 kg-Flasche auskommen, obwohl wir ja anfangs geheizt haben und der Boiler auch auf Gas läuft.

Mit unserer Solaranlage sind wir absolut zufrieden, wieder brauchten wir keinen Landstrom auf dem Camping für unseren mit Strom betriebenen Kühlschrank nehmen. (Na, ja, auch wenn der Wind bläst, die Sonne hat ja mächtig Kraft, um alles zu speisen.)

Und was mir auffällt: Überall wo wir stehen, auch in der Pampa, hatten wir bisher immer einen ausgezeichneten Empfang über die mobilen Daten (Internet). 

Deshalb kann ich auch immer zeitnah die Erlebnisse aufschreiben. Vielen Dank an die treuen visuellen Begleiter und auch für die netten Worte, die uns erreichen. Wir sind ja keine Profis, alles ist so geschrieben, wie wir es erleben und empfunden haben. Und in erster Linie für uns, damit wir wissen, wo wir gestern waren (das Kurzzeitgedächtnis ...!)


25. April

Heute Nacht fing es an zu regnen und wollte gar nicht wieder aufhören. Der Sand und das Salz waren vom Regen abgewaschen worden und das Womo sah aus, als wenn wir durch die Wäsche gefahren wären. Nun gut, der Himmel war grau, aber das kann sich ändern, so unsere Erfahrung. Nach dem Frühstück ging es nach Conil de la Frontera zum gut sortierten Aldi-Markt und als wir im Womo beim Verstauen der ganzen Dinge waren, schien plötzlich die Sonne! 

Auf ging's zu unserem heutigen Ziel und zwar nach Cadiz.

Wir hatten uns dort einen Park-/Stellplatz am Stadthafen ausgesucht und stehen jetzt direkt vor dem Kreuzfahrtschiff: "AIDA Stella".

Navi-Daten: N 36.53754,  W 6.29014   Beachten:

Das Park-Ticket ziehen und für 24 Std. incl. Übernachtung nur 3,00 Euro beim Parkplatzwächter mit dem Hinweis "Camper-Ticket" bezahlen.

Cadiz ist eine Provinzhauptstadt und wurde bereits um 1100 v. Chr. gegründet. Sie hat viel Industrie und einen Hafen und liegt am Ende einer langen Landzunge. Die Außenbezirke erscheinen beim Durchfahren ersteinmal nicht so einladend. 

Doch die Altstadt am Ende der Halbinsel, in dessen Nähe wir stehen, bietet dem Besucher einiges an Sehenswürdigkeiten.  Eine Altstadt, die viele enge Gassen hat und in denen es sich gut bummeln lässt. Man kommt von einem Platz zum nächsten, muss sich aber konzentriert orientieren. Auch wenn Wegweiser aufgestellt sind, man findet die Sehenswürdigkeiten nicht auf einen Blick.

(wir hatten keinen Stadtplan, nur das Handy) Es waren heute sehr viele Touris unterwegs, sicher alle von der "Aida", die jetzt den Hafen verlassen hat.

Jedenfalls haben wir die Zeit vergessen, ließen uns einfach treiben und waren erst am Abend wieder am Womo. 

Ganz besonders schön war die Kathedrale, die Uferpromenade und der Park Genoves am Nordrand der Stadt. Man kann im Reiseführer ja alles nachlesen und deshalb halte ich mich jetzt kurz. Die Bilder sagen mehr als Worte.


26. - 28. April

Wir haben es doch tatsächlich drei Tage an einem Fleckchen ausgehalten!

Dass wir nach dem Stadtbesuch in Cadiz Lust hatten ans Meer zu fahren, war klar. Die Wahl fiel auf die langen Strände der Costa de la Lutz, also um Rota herum. Rota ist ein kleines Städtchen und ein sehr beliebter Badeort, weil die lagunenartigen Buchten vor den starken Winden etwas schützen. In Rota soll man beschaulich Urlaub machen können, von Massentourismus und riesigen Hotels keine Spur.

Vielleicht machen wir noch einen kurzen Stopp morgen vormittag, bevor wir weiterfahren.

Von Cadiz bis hierher war es ein Katzensprung. Angekommen, suchten wir uns ein Plätzchen auf dem ausgesuchten Stellplatz.

Navi Daten: N 36.637434,  W 6.391894  

Zu beachten wäre: Ganz kurz vorher fährt man auf einen kleinen Kreiseverkehr zu. Davor steht links und auch rechts ein Sackgassenschild. Die linke Sackgasse ist der offizielle Platz, der auch Ent- und Versorgung anbietet, die rechte Sackgasse ist etwas ruhiger und windgeschützter. Hier hatten wir das große Glück, einen wirklich sehr schönen Stellplatz in der ersten Reihe zu bekommen. 

(Beide sind mit direktem Strandzugang.)

Und was macht man so, wenn man drei Tage steht? Man genießt die Sonne und das Meer. Das Wetter war ausgesprochen schön und der Wind war nur leicht mäßig. Wir haben einfach die Seele baumeln lassen und die Stunden sind ohne auf die Uhr zu schauen, vergangen. Dass wir auch noch links und rechts von uns sehr nette Camper-Nachbarn hatten und man etwas plaudern konnte, war natürlich schön.

Etwas gebrutzelt wurde auch und anschließend haben wir uns das Essen an den langen Strandabschnitten wieder abgelaufen. Ja, so sind diese Tage vergangen und morgen werden wir dann weiterrollen.

Das eine Bild zeigt die "Corales de Rota". Soweit ich nachlesen konnte, sind das Naturmonumente aus Sandstein hier am Playa Punta und Playa de Rota.

Die Römer setzten dieses Material ein, um im Meer kleine Parzellen zu installieren. Sie übermitteln die traditionelle Art und Weise des Fischfangs aus der Römerzeit. 

Man baute sie zu Fischfarmen um. Die Meerestiere werden bei Flut hineingespült und bei Ebbe werden sie dann gefangen. 

Der Sonnenuntergang war übrigens der erste im Meer in dieser ganzen Zeit. Und die "Sitzecke" an unserem Platz habe ich vom Womo heraus fotografiert. Die Nächte waren sehr ruhig.

Der Platz ist kostenlos, nur im Juli und August kassiert man 2,00 Euro. Die Polizei fährt ab und zu Streife und es wird toleriert, dass Stühle und Tisch vor dem Womo stehen. Hier stehen Engländer, Holländer, Belgier, Franzosen, sehr viele spanische Womos und ich glaube drei Dauergäste, sogar mit Wohnwagen. Nur drei Womos mit deutschem Kennzeichen waren hier. Übrigens, es kommen sogar zwei Bäckerwagen am morgen. Der Strand ist nur 20 Schritte entfernt und hat einen vorgelagerten, geschützten Pinienstreifen mit vielen Sanddünen zum Wandern.

Auch ein schöner Radweg führt nach Rota, wo es eine hübsche See-Promenade geben soll. Am Wasser entlang kann man Rota auch erreichen. 

Das war ein sehr schönes letztes Aprilwochende hier an der Costa de la Luz.


29. April

Heute morgen sagen wir nun unseren zwei Nachbarn Tschüß. Der eine fährt jetzt scheibchenweise nach Hause, er war etliche Monate unterwegs und der andere arbeitet in Andalusien vom Womo heraus. Er hat eine Internetfirma.

Das Wetter lädt uns förmlich ein,  nach Rota zu rollen, um uns das kleine beschauliche Städtchen anzusehen. Wir müssen sagen, es hat uns dort sehr gut gefallen. Alles war sauber und fein herausgeputzt. Einen Parkplatz fanden wir in unmittelbarer Nähe der kleinen Einkaufsmeile. Von dort konnte man in alle verwinkelten Gässchen laufen und kam direkt auf die wenigen, aber sehr schönen Sehenswürdigkeiten zu und dann weiter zum wirklich ansprechenden Strand mit der Promenade.

Was ich schon immer mal schreiben wollte: 

Überall in den Orten, durch die wir spaziert sind, stehen die Haustüren zum Teil offen, so dass man die wunderhübschen gekachelten Flureingänge bestaunen kann. Manchmal erhascht man auch einen Blick weiter bis in den Wohnbereich.

Und hier war es so, dass in den Kacheln noch kleine Szenen eingearbeitet waren. Zwei davon hab' ich mal fotografiert.

Was mir noch aufgefallen ist, waren die angebrachten Straßennamen. Sie hatten neben dem Namen auch das passende Bild dazu. Das sahen wir bis jetzt nur hier in Rota.

Und nun einige Aufnahmen von der Kirche und dem Castillo (ich bekam eine private Führung von einem Herrn, der dort wohl etwas zu sagen hatte, sehr nett)  sowie von den vielen kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen.

Um die Mittagszeit waren dann auch schon viele Einheimische unterwegs und dementsprechend laut wurde es in den Lokalitäten. Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass die Spanier alle gleichzeitig erzählen und dazu in einer Lautstärke ...... gut, dass man "nix" versteht. 

Ja, wir müssen sagen, Rota hat sich den Charme eines ehemaligen Fischerstädtchens bewahrt, auch wenn es jetzt ausschließlich touristisch orientiert ist. Bettenburgen sucht man vergebens und ich kann mir vorstellen, dass man hier einen erholsamen Badeurlaub verleben kann.

Am frühen Nachmittag rollen unsere Räder dem nächsten Ziel Sevilla entgegen. Aber nicht ohne uns vom Atlantik mit Kaffee und Kuchen fürs erste zu verabschieden. Dazu ging es bis kurz vor Chipiona und dort kann man mit dem Camper direkt vor den Strand fahren, wie man sieht.   

Heute Abend gegen 19.00 Uhr trudelten wir hier auf dem Stellplatz in Sevilla ein. Was wir uns ansehen werden und wie wir es morgen schaffen (mit Sweety bei den Temperaturen), das werden wir spontan entscheiden. Wir hatten heute abend noch +30 Grad.


30. April

Sevilla - die Stadt am Rio Guadalquivie - Hauptstadt Andalusiens

Unseren Stellplatz haben wir ja gestern angefahren, damit wir rechtzeitig am Morgen die Stadt besichtigen können. 

Navi Daten: 

N 37.36281,  W 5.99445

"Area de Autocaravanas" Camper-Kontakt, 12,00 Euro V+E

Na, ja, über diesen Platz kann man geteilter Meinung sein. Uns hat eine Übernachtung ausgereicht.

Der Stellplatz liegt rechts am Ufer des Guadalquivir und von dort sind wir morgens um 8.00 Uhr zu Fuß losmaschiert. Man geht rechts über die große Autobrücke und hält sich dann links, um in den Park zu gelangen. Vom Park ist es nicht mehr weit und man befindet sich im Zentrum und kann die Altstadt schon sehen. Vorallem den Torre dl Oro und den Glockenstuhl - Giraldaturm - der Kathedrale. 

Wir wollten den Bus nehmen oder ein Taxii, das war der Plan. Aber die Auskunft war gleich während wir das Anmeldeformular ausfüllten: "nicht mit Hund!" weder Bus noch Taxi!

Trotzdem, der Spaziergang durch den Parque Maria Luisa am frühen Morgen war sehr schön, angenehm kühl. Unmittelbar nach dem Park kommt man zum Alcazar Sevilla und zur Kathedrale. 

Ein wenig erschrocken waren wir, als wir die anstehenden Touristen sahen, die entweder den Königspalast oder die Kathedrale von innen besichtigen wollten. Aus Neugier haben wir die eine Warteschlange abgeschritten. Sie war ca. 300 Meter lang, pro Meter standen 3-4 Leute!  Nein, anstehen wollten wir nicht. Es hätte ja nur einer hinein gekonnt (Sweety).

Also haben wir beschlossen, uns mit der Kutsche durch die Stadt fahren zu lassen, um ein paar Kilometer zu sparen und auch, weil die Sweety mitfahren durfte. (45,00 Euro, im Vergleich zum Touribus mit 17,00 Euro pro Person ist das Ok)

Das war eine tolle Idee und wir haben diese eine Stunde sehr genossen!

Nun wussten wir, wo es uns am besten gefallen hat und dort sind wir anschließend ohne langes Suchen auf dem Stadtplan noch einmal hin spaziert. Ganz besonders hat mir das alte jüdische Viertel - der Barrio de Santa Cruz - gefallen. Die engen Gassen mit den blumengeschmückten Fenstern waren ein Foto wert.

Und einfach wunderschön anzusehen war der Plaza de Espana. Dort fuhren wir auch mit der Kutsche vorbei und haben uns dann später alles in Ruhe angesehen.

Zwischendurch haben wir uns natürlich auch hier dort ein schattiges Plätzchen in einem der zahlreichen Lokale gesucht, etwas gegessen und Sweety eine Ruhepause gegönnt. Mittlerweile wurde es wärmer und die Stadt füllte sich mit den Touris aus den Reisebussen und von der MS Berlin. Es wurde eng und laut! Wir sind dann ganz in Ruhe zurück zum Stellplatz gegangen, natürlich auch wieder durch den schattigen Park. Das letzte Stück über die Brücke und die lange "Piste" zum Stell-Platz hat der Edwin die Sweety getragen, denn wir hatten um 15.00 Uhr sage und schreibe 34 Grad! 

Schnell das Womo gelüftet, auch noch geduscht, und die Klimaanlage an. Dann ging's ab, raus aus der Stadt und aus der Hitze in Richtung Meer nach Matalascanas ca. 130 km, am Rande des Nationalparks Cote Donana.

Navi Daten N 36.98418, W 6.52899.

Hier stehen wir nun direkt am Meer mit guten 26 Grad und lassen alles, was wir gesehen und erlebt haben, sacken. 


Sevilla ist eine tolle Stadt. Wir haben nur einen winzigen Teil gesehen, aber mehr hatten wir auch nicht vor.

Hier am Meer und Nationalpark wollen wir uns ein wenig von der Anstrengung erholen. 


1. Mai

Es ist wie verhext, unsere Sweety hat heute abend wieder leichte Ohrenschmerzen bekommen. Wir haben volle 10 Tage die Tropfen gegeben. Die Tierärztin war ja gleich nicht so optimistisch, wie wir. Sweety hatte bisher keine Probleme. Es sollen die Härchen im Gehörgang sein, die pieken. Morgen früh gehen wir zum Tierarzt. Wir sind deshalb heute abend um 20.00 Uhr noch nach Huelva gefahren und stehen jetzt auf einem Stellplatz ca. 1,5 km vom Tierarzt entfernt. Camperkontakt:

N 37.26611,  W 6.93926

Eigentlich war es ein schöner erster Mai, nicht nur vom Wetter her. Wir haben es uns gut gehen lassen. Waren am Strand und sind den Holzwanderweg entland des Naturschutzgebietes Donana gelaufen. Vielleicht hätten wir noch eine Fahrt mit den Fahrzeugen der Wildhüter in den Donana Nationalpark gebucht. An uns fuhren fünf voll besetzte Fahrzeuge mit Touris vorbei.

Schade!

Nun müssen wir ersteinmal sehen, was der Tierarzt sagt.

Erst dann werden wir unsere Tour durch Portugal planen.

Weiterlesen unter:  2019 Portugal Algarve