2018  Venedig - Ein lebendes Museum 

Auf der Rückreise von Korsika haben wir es wahr gemacht und Venedig am 7. OKTOBER 2018 zum ersten Mal besucht.

Um es vorweg zu nehmen - der Charme dieser Lagunenstadt ist unumstritten! 

Man könnte jetzt die schönsten Kirchen, die Palazzi und die Museen aufzählen, aber das möchte ich nicht, denn wer sich dafür interessiert, fährt hin und schaut es sich an! 

Nein, wir möchten über diesen Tag erzählen, so wie wir ihn erlebten und wie die Stadt auf uns gewirkt hat.

Venedig hat auf uns gewirkt, wie ein lebendes Museum und immer wieder haben wir uns inmitten der prachtvollen Gebäude vorgestellt, wie hier in Hunderten von Jahren die rauschenden venezianischen Feste gefeiert wurden.

Heute gehören zu dieser Stadt auch die vielen Touristen, die nicht mehr wegzudenken sind und die dieses museale Venedig so lebendig machen.

Es wäre schön, wenn die Venezianer die Balance zwischen touristischer Attraktion und dem venezianischen Stadtleben erhalten bzw. verbessern könnten.

Jeder, der in Venedig war oder auch nicht, verbindet diese Stadt mit 

Canal Grande, Gondeln, Brücken, Kanäle, Markusplatz, Dogenpalast .............

Wir sind jetzt gespannt auf die UNESCO Weltkulturerbe-Stadt. Los geht's!

Mit dem ersten  Vaporetto (Linien-Boot) fahren wir von Punta Sabbione (Womo-Stellplatz) direkt zum Markusplatz.

Es gibt Tages- und Mehrtageskarten und so kann man das Gewusel auch mal vom Wasser aus beobachten und die ringsherum liegenden Inseln besuchen.

Während unserer Fahrt rauscht frühmorgens dieses Boot an uns vorüber. Wir staunen und lachen, natürlich muss hier alles auf dem Wasser transportiert werden - auch ein Flügel!

Unsere Entscheidung, den Rundgang so früh wie möglich zu beginnen, war richtig. So konnten wir die Schönheit des Markusplatzes weitestgehend vor dem großen Touristenansturm voll und ganz genießen. 

Wir lassen den Platz auf uns wirken. Die grandiose Architektur, der in der Vergangenheit zur Schau gestellte Reichtum, die Weite des Platzes selbst, das alles beeindruckt uns und man fühlt sich angesichts dieser "Größe" recht klein.

Die Venezianer waren Händler und mit diesen Prachtbauten zeigte man damals, wer man ist. 

Wir schlendern in Richtung Rialtobrücke. Es geht durch die engen Gassen und über kleine Plätze. Wir entdecken Schaufenster, die uns ansprechen. Da gibt es alles, vom Alltäglichen bis zum Gehobenen, viele hübsche Lädchen, mal mit dem berühmten Glasschmuck, dann mit venezianischen Masken, auch sehr gute Lederwaren und vieles mehr. Wer sucht, der findet auch etwas Schönes.

Die schmalen Gassen nehmen uns gefangen, es ist erstaunlich, wie das öffentliche Leben auf engstem Raum funktioniert. Alles wird über das Wasser mittels Kähnen transportiert und dann mit Sackkarren in die Geschäfte und Restaurants verfrachtet.

Aufgefallen ist uns die abenteuerliche elektrische Verkabelung und auch die Wäschestücke, die die Häuserfronten in den abseits liegenden Gassen schmücken. Auch das ist Venedig.

Die Gondolliere gehören zum Stadtbild, wie auch die Taxiboote (Wasserstraßenbahnen). Die Gondeln sind recht hübsch ausgestattet und eine Fahrt ist nicht ganz billig, jedoch eine Alternative, um die Palazzi in Ruhe und ohne Drängelei zu genießen.

Nun, wir haben es mit Sweety vorgezogen, zu laufen. Von einer (Sack-) Gasse zur nächsten, dann zum Kanal hin und zurück, um dann wieder über eine Brücke in die nächste Gasse abzubiegen. Auf diese Art und Weise sind wir über viele Brücken und Kanäle geschlendert und haben Plätze gekreuzt, auf denen wir keinen einzigen Menschen antrafen.

Es war schön, stellenweise auf dem Erkundungstrip ganz alleine zu sein.

Und das Laufen macht hungrig. Wir haben uns sagen lassen, nicht auf Plätzen mit Außenbestuhlung zu essen: zu teuer und als "finanzielle Zugabe" ist ohne zu fragen eine musikalische Unterhaltung obligatorisch.

Um sicher zu sein, bevorzugen wir eine Pizzeria mit sehr moderaten Preisen und einem gemütlichen Ambiente. Sogar Sweety war erwünscht. Nachdem wir uns gestärkt haben, schlendern wir in Richtung Rialtobrücke und schauen uns das Treiben unterhalb der Brücke aus einem Café an. Diese Stunde beim Espresso fühlen wir uns fast so, wie das Venezianer-Paar?, das neben uns sitzt und eine magische Gelassenheit auf uns ausstrahlt.

Wir lauschen außerdem dem Sprachgewirr der unzähligen Touris aus "allen Herren Länder". Unsere Füße danken es uns und nun kann es weitergehen.

Immer wieder entdecken wir unzählige Restaurants, deren Zielgruppe die Touristen sind. Dementsprechend ist die Preisgestaltung.

Es gibt aber auch andere, in die die Venezianer einkehren, die man gefühlsmäßig erkennt. Wenn man sich mehrere Tage hier aufhält, wird man leichter das passende Lokal finden.

Ganz besonders haben uns die hübschen Dachterassen, die begrünten Balkone und die venezianischen Gärten gefallen. Auch die individuell gestalteten Fenster sind in den engen Gassen immer wieder ein Foto wert gewesen.

Ja, es gibt sie, diese Terassen hoch über dem Canal Grande. Es sind die Ruhezonen der Venezianer - es sei ihnen bei dem täglichen Trubel gegönnt. Man denkt unweigerlich an Commissario Brünetti!

Bei unserer Entdeckungstour haben die vielen kleinen Brücken über die Kanäle einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es sollen wohl 400 sein!

Die Rialtobrücke ist die bekannteste über dem Canal Grande und dort schlägt der Kommerz mit allem möglichen Kitsch zu. Von den Massen, die sich dort auf dieser "Kreuzung" versammeln, ganz zu schweigen! 

Aber man findet eben auch beschauliche Fleckchen und am schönsten ist es, wenn man einer einsamen Gondel in einem Seitenkanal begegnet oder mal einen Blick in einen der Hausflure erhascht. Diese engen Gassen!! Alle Hauseingänge sind mit Nummern versehen. Wir haben uns fast verlaufen. Plötzlich geht's nicht mehr weiter, keine Brücke, nur der kleine Kanal. Und zurück geht's. Ja, das ist Venedig. Das beschauliche Leben der Venezianer findet bestimmt auch statt, aber für den Touristen kaum sichtbar. Vielleicht trifft man sich auf den kleinen unzähligen Plätzen zu einem Plausch, wenn es Abend wird?

Dann irgendwann stehen wir wieder auf dem Markusplatz und wir trauen unseren Augen nicht. Er gleicht einem "Ameisenhaufen"! Auf den Holzstegen, die aufgrund des gestrigen Regens aufgestellt wurden, sitzen die Touristen eng aneinander gereiht und warten....... auf was?

Es ist später Nachmittag und es war ein Tag in Venedig, so wie wir ihn uns vorgestellt hatten. 

Wir sind ziemlich erschöpft. Auch Sweety möchte jetzt nicht mehr und so beschließen wir zum Stellplatz zurück zu fahren.


Das Boot bringt uns in 30 Minuten zurück nach Punta Sabbione zu unserem Stellplatz, der alles hat, was man benötigt. Mit einem letzten Blick und beeindruckt vom Charme dieser Stadt nehmen wir Abschied.

Den Abend lassen wir mit einem Strandspaziergang ausklingen, bei dem unsere Sweety voll auf ihre Kosten kommt. 

Wir planen noch grob die Rückreise und sind uns einig, dass dieser Stadt-Trip ein schöner Urlaubs-Ausklang war.

Nach fast 8 Wochen mit Hauptziel Korsika trudeln wir am 11. Oktober wieder zu Hause ein!