Balkanrundreise (Rumänien,Bulgarien, Griechenland,Albanien) 2018


Im Winter ist die richtige Zeit, die nächsten Touren zu planen, und dabei sind wir momentan. Wir wollen, wenn wir gesund bleiben, eine mehrwöchige Rundreise im Mai und Juni durch die Balkanländer machen. Das Hauptreiseland soll Albanien sein. Hier eine ganz grobe Planung der Reiseroute:

Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, Kroatien, Slowenien, Östereich, Tschechien, Deutschland

     

Die Route durch Albanien werden wir vor Ort detailliert festlegen und bleiben, da wo es uns gefällt. 

Heute ist Montag, der 23.4. und das Reisefieber hat uns schon "gepackt". Unser Camper ist so gut wie fertig, die tausend Kleinigkeiten sind verstaut.

Der übliche Stress hält sich in Grenzen, weil das Wetter die letzten Tage super ist. Nur unsere Solaranlage muss noch die Taufe bestehen. Ein defekt geliefertes Teil haben wir zurück geschickt und warten jetzt schon seit zwei Wochen auf den Ersatz. Heute soll es geliefert werden. 

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Alles paletti, das Teil kam und wurde eingebaut. 

Jetzt ist alles fertig und das Zuhause wurde an unsere Kinder übergeben. 

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Donnerstag, der 26. April 

Nun geht's los! Unsere erste große Reise mit dem Pössel für mehrere Wochen!


Wir wollen uns zuerst die Stadt Bautzen ansehen. Sie liegt in der Oberlausitz nahe Dresden.

Eigentlich hatten wir das schon zu Ostern vor, (sorbische Ostereier kaufen) aber bei uns im Norden hat es kräftig geschneit und so wurde nichts daraus. 

Einen Stellplatz ganz nah an der Altstadt haben wir uns ausgesucht.

4 Stellplätze, kostenlos, 

Ver- und Entsorgung kostenpflichtig, Toiletten frei,   N  51,10',54'',   E 14, 24 ',53''

Wir sind super gefahren und hatten den ganzen Nachmittag Zeit, uns alles anzusehen. Es ist eine sehr schöne historische Innenstadt, die uns erwartete. Einen romantischen Spaziergang durch die Altstadt, immer entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer, haben wir unternommen. Sweety hat es auch genossen. Wir sind die vielen engen Gassen kreuz und quer abgelaufen, oft mit Blick auf die Spree und staunten über die schmuckvollen Fassaden.

Unser letzter Besuch ist fast 35 Jahre her und damals war alles grau in grau.

Bautzen ist das politische und kulturelle Zentrum der Sorben (eine kleine slawische Minderheit), die sich die Sprache und die Tradition über die Jahrhunderte erhalten hat.

Ein schöner erster Tag geht zu Ende, sogar mit gutem Wetter, wie die Bilder zeigen.



Freitag, 27.4.

Unser nächstes Ziel war heute Spindlermühle. Der Ort liegt in Tschechien auf 700-1300 m und lebt ausschließlich vom Wintersport. Wir waren gefühlte zehn Jahre nicht mehr hier und wollten einfach mal schauen, wie sich alles entwickelt hat.

Ja, es hat sich in Bezug auf die "Bauwut" einiges getan. Ein Hotel und eine Pension nach der anderen sind entstanden und man fragt sich, wieviel Touris verkraftet der kleine Ort? Weil die Sonne uns so herzlich empfing, haben wir einen ausgiebigen Rundgang an der "Labe" (die Elbe) gemacht und sind in unserem Lieblingscafé eingekehrt. Auf dem Camping werden wir die Nacht verbringen und morgen die nächste Etappe in Angriff nehmen.

Das war die Route: 

Bautzen über Görlitz-Luban-Szklarska Poreba (Polen) und weiter nach Harrarov-Vrchlabi-Spindlermühle

Sonnabend, 28.4.

Was für ein Sommerwetter und das im April! Wir verlassen das Tschechische Riesengebirge und haben unsere Tour in Richtung Polen nach Krakau fortgesetzt. Weil wir ja Zeit haben, sind wir nur Landstraßen gefahren. Die Strecke war landschaftlich sehr reizvoll. Vorbei ging es an blühenden Apfelplantagen, einem Blütenmeer aus Rhododendren und Azaleen, den gelben Rapsfeldern und durch viele schlesische Dörfer. Das lange Wochenende (1.Mai) und das tolle Wetter lockte viele Ausflügler auf die Straße. Wir haben unseren Plan spontan geändert und sind gegen Mittag in der Nähe von  Nysa (westlich von Opole) zu einem großen Stausee abgebogen. Hier direkt am See auf einer großen Wiese haben wir den Nachmittag  (+28 Grad) gefaulenzt. Der Blick über den See ist sehr schön, weil man in der Ferne den Kamm eines kleinen tschechischen Gebirges sehen kann. Auch als Übernachtungsplatz ist er super geeignet. Wir freuen uns, denn unser kleiner Pössel hat die Taufe bestanden, weil der Weg zu diesem Platz mit unserem damaligen WW nicht machbar gewesen wäre.

( N 50, 28' 25''   , E 17, 8', 26 '')

Hier ein paar Bilder:


Morgen werden wir unsere Fahrt nach Krakau fortsetzen. Das sind ungefähr 200 km. 

Jetzt um 22.00 Uhr müssen wir erst einmal die riesigen Mücken verjagen. Zwar haben wir alle Fliegengitter vorgezogen, doch beim Öffnen der Tür (Sweety musste nochmal raus) haben uns ganze Schwärme im Camper überfallen. Es ist ein richtig schöner Sommerabend, trotz Mückenjagd! Man hat ja sonst nichts zu tun . . .

Sonntag, 29.4.

Was für ein Sonntagmorgen an diesem malerischen See! Gerne würden wir den Platz in unseren "Rucksack stecken" und bei Bedarf rausholen. Nun sagen wir aber "Tschüß" und rollen weiter.

Gegen Mittag (bei + 28 Grad) waren wir in Krakau auf unserem ausgesuchten Camping, der ca. 2-3 km von der Altstadt entfernt ist. Aber diese Idee hatten nicht nur wir, sondern auch viele andere mit ihren WOMOS, Wohnwagen und Zelten. Da nur zwanzig Plätze zur Verfügung stehen, ist es ein Vor- und wieder Wegfahren. Wir haben uns aber entschlossen auf dem vorgelagerten Stellplatz zu bleiben. Man bot uns Dusche und WIFI gratis an und will uns Bescheid sagen, sobald etwas frei wird. Mit uns steht noch ein Camper aus Russland. Er spricht ein perfektes Deutsch und er erzählte über seine Europa-Touren. Den Nachmittag haben wir dann mit dem Lesen des Reiseführers über Krakau verbracht und faul auf der Liegewiese an der Weichsel gelegen. 

Es wäre heute einfach zu heiß gewesen, um einen ausgiebigen Stadtbummel zu machen, vorallem für unsere Sweety. 

Dieser Tag geht mit einem Spaziergang an der Weichsel zu Ende.

Der Platz heißt: "Camping Adam"  24,00 Euro

N 50 , 02', 50''        E 19, 54', 11''

Montag, 30.4

Gestern Abend konnten wir noch umsetzen und haben die Nacht auf dem Camping gestanden. Das war natürlich toll, denn wir haben uns überlegt, so früh wie möglich die Stadt zu besichtigen. Gesagt, getan. Um halb neun standen wir auf dem imposanten Marktplatz mit seinen Tuchhallen (ehemals ein Handelszentrum, jetzt wird dort polnisches Kunsthandwerk angeboten).

Man kann ja über Krakau viel nachlesen. So zum Beispiel, das diese alte Königsstadt durch Kriege kaum zerstört wurde. Das sieht man an dem gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. Über 100 Kirchen und Klöster gibt es und der berühmteste Student war Kopernikus (1495 - die Erde dreht sich um die Sonne). 

Rund um den Marktplatz, der als schönster Polens gilt, und als größter mittelalterlicher in Europa, hat es uns persönlich am besten gefallen. Solange die Massen von Touris noch nicht dort sind, ist er wirklich ein Augenschmaus. Den Wawel, die ehemalige Königsresidenz, und das alte jüdische Viertel haben wir natürlich auch "abgelaufen". Die Sonne hat es gut gemeint. (nahe +30 Grad). Gegen 14.00 Uhr sind wir dann mit der Straßenbahn Linie 6 fast bis zum Camping zurück gefahren und nun lassen wir alles sacken, bevor der Grill angeheizt wird.

Ein schöner und ereignisreicher Tag geht zu Ende.

Dienstag, 1.5.

Heute war auch in Polen Feiertag und wir sind soeben vom Maitanz "nach Hause" gekommen. Eine Live-Band spielte auf und die Stimmung war dementsprechend.

Wir sind jetzt am Stadtrand von Sanok. Seit dem frühen Nachmittag stehen wir direkt an einem Fluss. N 49 34' 32'',  E 22, 12', 6''.

Es sollte wieder sehr warm werden und aus dem Grund sind wir heute morgen recht früh von Krakau gestartet. Erst ging es über die Autobahn in Richtung Tarnów und von dort führte uns der Weg über sehr gute Landstraßen zum Dörfchen Zalipie. Dieses Dorf in Südostpolen pflegt eine Volkskunst. Es ist eine Sitte aus dem 19. Jahrhundert. Die Frauen bemalen ihre Häuser jedes Jahr im Juni mit bunten Blumenmotiven, um sich an einem Wettbewerb zu beteiligen. Wir waren ganz angetan von der Bemalung und wir waren nicht die einzigen, sogar Touris aus Japan und dem Iran waren vor Ort. Hier sind einige Bilder von den Kunstwerken:

Unsere Tour in den Balkan führt zuerst durch Polen und weiter durch die Slowakei. Weil wir uns auch gerne unterwegs interessante Ziele aussuchen, soll es diesmal das "Sibirien Polens" sein. Das liegt in Südostpolen zwischen der Ukraine und der Slowakei -  Nationalpark Bieszczady-Gebirge. Man kann das Gebirge kreisförmig mit sehr schönen Ausblicken durchfahren und an verschiedenen Sehenswürdigkeiten einen Stopp einlegen.

Aber bevor wir morgen diese Runde starten, haben wir uns heute Nachmittag in Sanok in einem Freilichtmuseum regionale Holzarchitektur angesehen. Über 100 Objekte aus dem 17.-18. Jahrhundert kann man bewundern. Ähnlich wie im Baltikum, Norwegen und Schweden.

Nun hören wir das Plätschern im Fluss und nach einer netten Unterhaltung mit einem polnischen Camper-Nachbarn klingt der Tag aus.

Mittwoch, 2.5.

Das Flussrauschen hat uns geweckt und mit der Sonne im Gepäck geht's auf zur Rundtour in den Nationalpark im Dreiländereck Polen-Ukraine-Slowakei, das Sibirien Polens.


"BIESZCZADZKI PARK Narodowy"

Es ist landschaftlich ein sehr schönes Gebirge mit von Buchen bewaldeten Bergkämmen und sattgrünen, teils bunten Almenwiesen in einer Höhenlage zwischen 600 - 1300 m. Hier lebt der Bär, der Wolf und die Wildkatze. Dieses Biosphärenreservat ist sehr streng geschützt. Wir wurden aufgefordert, weiter zu fahren, weil wir am Rand der Bergstraße standen. Nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen ist es erlaubt anzuhalten und von dort die Wanderungen zu unternehmen. RICHTIG SO! Das machten wir und unternahmen zwei kleinere Touren, es waren wieder nahe + 30 Grad. Sweety hat gut durchgehalten, denn überall gab es ein Flüsschen zur Abkühlung. 

Unterwegs waren wir erstaunt über die vielen Wanderer und die gute  Wegmarkierung. Die Straßen waren alle in Ordnung. Der Tourismus hat sich entwickelt. Unser Eindruck von diesem Zipfel nahe der ukrainischen Grenze ist durchweg positiv. Es ist keinesfalls mehr das "Sibirien", sondern befindet sich mitten in Europa.


Nach diesem anstrengenden Tag haben wir zur Übernachtung ein Plätzchen in dem auch landschaftlich sehr schönen Gebiet der Slowakei gleich hinter der Grenze gefunden und uns ein paar Steaks in die Pfanne "gehauen". 

Morgen geht's nach Ungarn ins Thermalbad, um die erste Woche sacken zu lassen.


Donnerstag, 3.5.

Ungarn

Heute morgen lacht die Sonne wieder und wir rollen in Richtung Ungarn über Miskolc-Debrecen und weiter nach Hajdúszoboszló. 

Dort waren wir heute gegen 14.00 Uhr und was uns auf dem Thermal-Camping erwartete, hatten wir so nicht vermutet. Der Camping war bis auf wenige freie Stellplätze voll belegt. Zu zweidrittel ist der Platz mit Camper aus Polen belegt, die hier einen Kurzurlaub machen, denn sie haben am 1. und 3. Mai ihre Feiertage. Das Wetter ist natürlich auch ein Grund für den Ansturm.


Ein bisschen Glück hatten wir und stehen auf einem schönen schattigen Plätzchen. Hier wollen wir zwei/drei Tage verweilen, das Thermalbad genießen, im Kurort bummeln und die Seele baumeln lassen, bis es dann in das Balkanland Rumänien weitergeht.

Freitag, 4.5

Haben gut geschlafen, alles sehr ruhig, trotz der vollen Belegung. Der Platz hat viele hohe Bäume, die Schatten spenden. Das war am Tag schön, denn die Temperaturen gingen auch abens kaum unter die 30 Grad.

Wir haben ein wenig "geplanscht" und sind am Vormittag in den Ort gebummelt. Der Zugang zum Bad und WIFI ist im Preis enthalten sowie die Duschen, Strom und Wasser = 25,00 Euro.

Der Freitag klingt mit netten Gesprächen einiger Camper aus, u.a. Reiseerfahrungen Australien.

Sonnabend, 5.5.

Rumänien

Es ist 10.30 Uhr und wir fahren weiter in Richtung Debrecen (Ungarn) über den rumänischen Grenzübergang Valea lui Mihaiin in das schöne Maramuresch-Gebiet, es liegt im Norden von  Rumänien. Im letzten Jahr haben wir schon viel über die kleinen Dörfer, die üppigen Täler und die sanften Berghänge geschrieben. Nun wollen wir uns das anschauen, was wir nicht geschafft haben und rollen hoch bis an die ukrainische Grenze nach SÁPÁNTA. Hier gibt es einen "Fröhlichen Friedhof". Vor ca. 100 Jahren begann ein Künstler für Verstorbene neue Grabsteine in Form von blaugestrichenen Holzkreuzen aufzustellen. Auf jedem Kreuz ist in Form von Reimen und Symbolen etwas (auch Lustiges) verewigt.

Hier und dort haben wir in den Dörfern angehalten, etwas Geld getauscht und auf einem Volksfest eine rumänische Wurst gegessen. Einige hübsche Häuser sind uns ins Auge gefallen, aber die Armut ist nicht zu übersehen. Am Stand eines Hirten kauften wir uns dann den berühmten Branza (Käse) und Honig und als wir weiterfahren wollten, kam uns auf der Dorfstraße ein "Brautzug" entgegen. Das ganze Völkchen wurde mit Musik zur Kirche begleitet.

Nun lassen wir den Abend ausklingen auf dem "Camping Poienie" im Ort des lustigen Friedhofs.

Sonntag, 6.5.

Sonntags ist im Maramuresch Feiertag. Alle machen sich fein, man zieht die Tracht an und der Kirchgang am siebten Tag der Woche ist obligatorisch. Danach trifft man sich in Familie oder mit Freunden. Wir durften daran teilhaben.

Wir sind noch einmal zum lustigen Friedhof spaziert und dort am Kirchplatz haben wir uns mit einigen Dorfbewohnern sehr herzlich ausgetauscht.

Die Reise ging dann weiter nach Borsa (Rodna-Gebirge) mit einigen Stopps, denn das Anhalten, Aussteigen und zu Fuß die Landschaft oder den Ort ansehen, gehört für uns dazu. Die Sicht auf die Dinge ist eine ganz andere, Begegnungen mit Menschen finden statt und Gespräche können sich entwickeln.


In diesem SÁPÁNTA gibt es auch ein Nonnenkloster, das wir uns angesehen haben, bevor die landschaftlich reizvolle Fahrt  weiterging. Wir hofften sehr, das wir die Straße über den Prislop-Pass  (1416 m) in diesem Jahr fahren können. Ja, wir hatten Glück, denn 2/3 der Strecke war in Ordnung, der Rest ist noch in Arbeit, aber zu befahren. Wir genossen die phantastische Aussicht auf das Rodna-Massiv! Was das Auge sieht, kann ein Bild leider nicht wiedergeben. Ein Kaffeestopp und eine ausgiebige Wanderung mit "Kuhbegegnungen" oben auf der Passhöhe bei Sonnenschein hat uns drei gut getan. Dann sind wir ein Stückchen in Richtung Bukowina gefahren und haben jetzt einen Biker-Camping "Zur deuschen Eiche" angesteuert.

Anmerkung: Alles paletti mit unserer WLAN-Antenne und die Solaranlage ist ein Gewinn für unseren Kühlschrank. 

Unserer Sweety geht es heute besonders gut, sie fraß unsere Fleischkonserve zur Hälfte leer, als wir einen Plausch mit anderen Campern und dem Platzbetreiber machten. Nun müssen wir wohl hungern-Scherz!



Der Prislop-Pass

Montag, 7.5.

Es ist wieder ein sonniger Morgen! Die Bukowina-Klostertour (bemalte Moldauklöstersteht heute auf unserem Programm und wir hoffen, dass die Straßen nicht so viele Löcher haben, wie das letzte Stück gestern Abend. Zu den Klöstern, die alle verstreut in der Bukowina liegen, benötigt man schon eine Menge Zeit und die haben wir uns genommen. Jede Tour war einzigartig. Die Landschaft in der Bukowina berührt das Herz. Es ist ein Wechselspiel zwischen weiten Tälern, herrlichen Berglandschaften und mit kleinen Bergdörfern - und winkenden Bewohnern. 

Das Kloster Sucevita hat uns schon erstaunt und wir bewunderten die farbigen Fresken, die über 400 Jahre alt sind. Es ist ein Nonnenkloster und gilt als das besterhaltendste aller Moldauklöster. 

Ganz besonders beeindruckt hat uns das Kloster Putna. Es existiert seit über 500 Jahren, wurde niemals zerstört, ist das älteste bewohnte Kloster und die Bemalungen in der Kirche lassen diese farbenprächtig erstrahlen. Es ist ein Mönchskloster, nahe der ukrainischen Grenze und es fand gerade ein abendlicher Gottesdienst statt.

Die Tour zurück führte uns über den CIURMARNA-Pass, ein abgelegenes Gebiet. Dort wurden auf der Pass-Höhe von 1100m (typisch für die Region) kunstvoll bemalte Hühnereier angeboten.

Heute Abend dürfen wir an einem Hotel stehen, ein Camping bzw. anderer Übernachtungsplatz war nicht in der Nähe. Wir haben uns mit einem Abendessen bedankt.

Der Stand mit den selbstgefertigten Andenken:


Dienstag, 8.5.

Heute haben wir ein paar Kilometer mehr abgespult, weil wir uns die Bicaz-Schlucht und den Lacu Rosu in der Moldauregion ansehen wollen. Es hat schon seinen Reiz, diese Klamm zu durchfahren, denn man kann die Schönheit auch per Auto erleben. In jüngeren Jahren hätten wir die Klamm erwandert. Die bis zu 300m hohen Felswände direkt neben der Strecke sind sehr eindrucksvoll und die Serpentinen hat unser Camperauto gut gemeistert.

Idyllisch zwischen den Bergen in unmittelbarer Nähe zur Schlucht liegt der Lacul Roso, der rote See. Er schimmerte mehr grün, nur an einer Stelle sah er ockerbraun aus. Aber trotzdem ist er einen Zwischenstopp wert, denn man kann hier parken oder am Hotel einen Womostellplatz aufsuchen. Einige Stände mit Andenken laden zum Bummeln ein. Auch für den Hunger ist gesorgt. Den See kann man umwandern, was wir auch getan haben und die Sweety hat sich gefreut. Die Legende sagt aus, das die Berge von der Kraft der Natur eingestürzt sind, weil eine "gestohlene Braut" ihren "Räuber" nicht heiraten wollte und so der Bach zu einem See gestaut wurde. 

An diesem "Zaubersee" werden wir heute übernachten. Es tröpfelt heute abend "romantisch" auf unser Autodach, seit unserer Abfahrt das erste Mal.

Mittwoch, 9.5.

Die Nacht war sehr ruhig. Weil wir uns gerne in der Nähe von Kronstadt (Brasov) zwei Kirchenburgen ansehen wollten, sind wir rechtzeitig weitergerollt. Unterwegs hielten wir hier und dort an, um mit Sweety etwas zu laufen und Eindrücke einzufangen.

Die Kirchenburg in HÁRMAN (Honigberg)


Durch drei Wehrmauersysteme samt Wassergraben wurde die Kirche und die Dorfbewohner geschützt. Zahlreiche Vorratsräume und ein Brunnen im Innern machten die Bevölkerung wochenlang autark und das Leben verlief relativ normal. Es war für uns eine sehr beeindruckende Anlage. Die Kirche war sehr schön ausgestattet und einige "Zellen" sind als Museum eingerichtet.

Die Kirchenburg in PREJMER (Tartlau)

Diese Kirchenburg war für uns sehr interessant, weil im Inneren über 270 Wohn- und Lagerzellen in den Mauerring eingelassen wurden. So konnten sich bis zu 1600 Dorfbewohner verschanzen und der oft wochenlangen türkischen Belagerung standhalten. Ein Mitarbeiter erzählte uns, dass die Nummern an den "Zellen" identisch mit den Hausnummern im Dorf waren. Man hat die Papiere, wertvolle und wichtige Dinge ständig dort aufbewahrt und bei Gefahr war gleich alles in Sicherheit.

Leider war der Camping lt. WOMO-Reiseführer in Chichis bei Brasov geschlossen. In Brasov direkt war er letztes Jahr auch zu. Daraufhin sind wir noch ein Stündchen weitergefahren und zwar an den Lac Siriu.

N 45, 29',58''  E 26, 15' , 10''  

Hier haben wir an einer Gaststätte mit Blick auf den unten liegenden See übernachtet.

Donnerstag, 10.5.

Wir sind heute Abend auf dem Camping Muddyland und zwar deshalb, weil man die Schlammvulkane von hier aus besuchen kann. Man findet sie nördlich von Buzau.

Die Fahrt war kurz und so hatten wir den ganzen Tag Zeit, die beiden Gebiete der Vulkane abzulaufen. Die mal direkt am Boden liegenden, mal mehrere Meter hohen Schlamm-Wasserlöcher blubbern vor sich hin. Diese sind die einzigen auf dem europäischen Festland. Die nächsten gibt es erst auf Island.

Man muss es mal gesehen haben. Das Blubbern der Vulkane hat eine eigene Atmosphäre und für uns war diese Mondlandschaft zumindest interessant.

Ein netter Tag, auch durch Plaudereien mit anderen Reiselustigen und mit ein wenig "Gewusel" im Womo, geht zu Ende. Wir werden morgen weiterziehen nach Bulgarien.


Ein paar Gedanken über das Reiseland Rumänien. Wir waren, wie auch 2017, von der Vielfältigkeit der Landschaft und den freundlichen Menschen angetan. Dieses Mal waren wir nur acht Tage im Land. Zweimal existierte leider der angegebene Campingplatz nicht mehr. (Mit dem WOMO nach Rumänien 2014) Ein Übernachtungs-Plätzchen für unseren 5,40m langen Kastenwagen fanden wir dann jedoch immer. Die kilometerlangen Ortschaften und die Gebirge mit den Serpentinen erschweren es, einen geeigneten Platz für ein großes WOMO zu finden. Ausgewiesene Stellplätze gibt es kaum, man kann aber bei den Pensionen und Hotels nachfragen und dort stehen.

Die Straßen sind nicht so schlecht, wie ihr Ruf, viele sind erneuert. Die Bahnübergänge sind nur im Schritttempo zu befahren. 

Die sozialen Unterschiede sind regional bedingt, ob im Maramuresch, Siebenbürgen oder der Walachei. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist jedoch überall die gleiche.


Freitag, 11.5. 

Bulgarien

Zuerst hatten wir das Donaudelta anvisiert, doch das werden wir extra einmal einplanen. Deshalb sind wir jetzt auf dem kürzesten Weg zur rumänisch-bulgarischen "Donaugrenze" unterwegs. Von Cálárasi (150km westlich von CONSTANTA) nach Silistra werden wir die Fähre nehmen und uns dann das zweite Balkanland Bulgarien ansehen.

Unser Ziel ist die bulgarische Schwarzmeerküste. 


Sonnabend, 12.5.

Bulgarien

Die Nacht haben wir in einem kleinen Dorf nahe der Stadt Balźik am Schwarzen Meer verbracht. Der Bauer, auf dessen Wiese wir standen, freute sich über "seine" Gäste. In der Nacht gab's Regen,  heute früh war der Himmel wieder blau und die Temperaturen im normalen Bereich. Wir fuhren rechtzeitig nach Balźik, um uns den Badeort und den "Botanischen Garten" mit dem aparten Schlösschen der rumänischen Königin Maria anzusehen. Bis auf die Strandpromenade waren wir etwas enttäuscht, denn wir fanden, dass es fast im Ort so aussah, wie bei unserem letzten Besuch vor 35 Jahren. Der Service im Restaurant war aber sehr gut und wir hatten ein nettes Gespräch mit dem Kellner, der sehr gut deutsch sprach.

Der Botanische Garten mit dem Schlösschen.

Die ganze Anlage einschl. die Innenräume des Schlösschens sind wirklich sehenswert.


Unweit von Balźik liegt das Kap Kaliakra. Dieses Kap ist unser nächstes Ziel. Die Felsen ragen bis zu 70m hoch aus dem Meer und die Sicht ist fantastisch. Wir haben den Weg entlang der Steilküste mit Sweety bei diesen angenehmen Temperaturen genossen. Am Nachmittag trudelten dann die Reisebusse ein. Wir sind ein paar hundert Meter weiter gefahren- zum "Kaffee trinken im Womo" oberhalb der Küste.Weit und breit war nur die Steppe, der Himmel und das Meer.  Wir hatten heute einen super Sonnentag mit Meerblick und werden nun die Nacht hier stehen bleiben. (Das Meer rauscht)

N 43 23' 7'' ,  E 28 25' 56''  Übernachtungsplatz

Sonntag, 13.5.

Mit viel Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad haben wir diesen Tag erlebt. Von unserem Übernachtungsplatz aus sind wir an die spektakuläre Steilküste "Kamen Bryak" gefahren und haben an diesem Steinufer eine sehr schöne Wanderung unternommen. Diese unberührte Natur, überall die Wildblumen und die Aussicht über das Meer sind einfach für die Seele etwas ganz wunderbares.

Zum Nachmittag haben wir dann am "Goldstrand" die Füße ins Wasser gehalten und die Sonne genossen. Die Saison ist noch nicht angelaufen und man trifft kaum Urlauber. Aber dieser Strandabschnitt mit den schmucken Hotelanlagen wurde rausgeputzt. An anderen Stränden vor und hinter Varna machten wir auch halt, dort ist aber noch sehr viel zu tun. Nicht nur saisonbedingtes Verschönern, nein, vieles sieht nicht einladend aus. Sicher ist es ein politisches und wirtschaftliches Problem, dass dieses Bulgarien zum Stillstand gebracht hat, so ist zumindest unser Empfinden. 

Die Hochburgen werden aufgehübscht, es wird neu gebaut ohne Ende, die Randgebiete lassen zu wünschen übrig.

Spazierengehen macht Kaffeedurst! Wir hatten aber keine Lewa mehr und ein Automat war nicht zu finden. Kurzerhand haben wir gefragt, ob es möglich ist, mit Visa Card zu bezahlen. Fünf freundliche Leute vom Servicepersonal haben sich dann damit beschäftigt. Es wurde ganz schnell ein EC-Kartenautomat aus einem gegenüberliegenden Restaurant geholt und wir bezahlten unsere zwei Kaffee (nur 3,00 Lewa = 1,50 Euro). 

Wir sind jetzt weitergerollt, um morgen noch ein wenig Küstenluft zu schnuppern, bevor es dann ins Innland geht. Der Übernachtungsplatz wurde uns über "Camper Kontakt" per Navi angezeigt. Als wir "das Ziel erreichten" entpuppte es sich nur als eine grüne Wiese abseits der Straße. Hier werden wir bleiben und sicher gut schlafen.

Montag, 14.5.

Der Bauer hat uns beim Vorbeituckern mit seinem alten Allrad-LKW geweckt und so haben wir die Reise rechtzeitig fortgesetzt. Auf einem kleinen Campingplatz in OBZOR, zwischen Varna und Nessebâr, haben wir es uns heute gemütlich gemacht. Das Schwarze Meer ist nur einige Meter entfernt. Der Platz wird erst Ende der Woche offiziell geöffnet, aber wir durften bleiben - ganz alleine, bis auf einen Dauercamper, der nach uns kam. Es ist ein Touristenstädtchen, deshalb war noch sehr viel an Lädchen geschlossen. Die Saison geht von Ende Mai bis Ende September. Den heutigen Tag haben wir in einem schönen Lokal mit einer freundlichen Bedienung und einem sehr schmackhaften Essen ausklingen lassen.

Dienstag, 15.5.

Alles ist wieder aufgefüllt, das Wasser, die Akkus und der Kühlschrank bei Lidl. Nun setzen wir unsere Fahrt fort. Es war ein schöner idyllischer und ruhiger Camping, zu dieser Maizeit! Wir schauen uns heute Nessebâr an. Das Navi führt uns zum vorgelagerten Parkplatz, weil Fahrzeuge auf diese historische Felsen-Halbinsel nicht rauf dürfen. Die Vorsaison hat uns heute wenige Touristen beschert, auch Busse waren kaum dort. So sind wir gemütlich durch die Altstadt gebummelt und konnten alles auf uns wirken lassen - und ein paar Fotos machen. Die alte, kleine Stadt ist eine Bilderbuchschönheit und die antike Herkunft wird hier auf engstem Raum sichtbar. Klar ist auch, dass die Vermarktung an ihre Grenzen stößt. 

Nach dem Bummel durch die Altstadt mit Kaffee und Kuchen sind wir ca. 20km weiter zum Städtchen Promorie nahe Burgas gerollt. Hier stehen wir fast alleine auf einem Parkplatz direkt am Meer. Vorgelagert ist eine Steinmauer mit einem Promenaden-Weg. Das wird heute unser Übernachtungsplatz sein. Nach einem Spaziergang lassen wir nun den anstrengenden Tag mit Blick auf das "Schwarze Meer" ausklingen.

Navidaten: N 42, 33', 34''    E 27, 38', 10''

Mittwoch, 16.5.

Ganz lautes Geschrei hat uns heute früh aus den Träumen gerissen. Es waren die großen Möwen, die dieses Theater machten. Unsere Reise ging nach dem Frühstück und dem Gassi gehen weiter in Richtung Süd-West-Bulgarien. Auf der Autobahn von Burgas bis Plovdiv war kaum was los und wir waren recht schnell an unserem Ziel:

Asenovgrad unterhalb von Plovdiv. Dort gibt es eine wirklich sehr alte und sehenswerte Festungsanlage und eine restaurierte zweigeschossige Kirche aus dem 5. Jahrhundert zu bewundern. Wir waren von der landschaftlich schönen Strecke in den Ausläufern der Rhodopen begeistert. Deshalb blieben wir nach einer Wanderung in der Nähe eines Bergdörfchen den Rest des Tages und die Nacht.

Die vielen Wildblumen, die man bei uns zu Hause kaum noch sieht, dazu die Wein- und Obstplantagen an den Hängen. Wunderschöne Natur!

Die Püppchen aus Filzwolle sind ein Brauch. Sie bitten darum, das sich doch recht bald Nachwuchs ankündigen möge.Wir haben sie am Haus einer Familie entdeckt und nachgefragt.

Donnerstag, 17.5.

Heute steht ein Stadtbummel auf dem Plan und zwar wollen wir uns die Stadt Plovdiv ansehen. Sie hat eine lange geschichtliche Tradition und deshalb auch ein besonderes Flair. Wir haben uns über vier Stunden lang dem Geschehen in der Fußgängerzone hingegeben und uns in den verwinkelten Gassen fast verlaufen. Ein Kunsthandwerkermarkt lockerte das ganze auf und verführte zum Kaufen. Die 30 Grad schafften uns und auch Sweety wollte zurück zum Auto am zentralen Parkplatz. 

Nach diesem Marsch durch die Stadt und einem vollen Bauch haben wir die Klimaanlage angemacht und sind zum nächsten Ziel gerollt. Ein Dorf, welches ca. 60 km von Plovdiv entfernt ist, wollen wir uns anschauen. Es heißt Koprivshtitsa und liegt in einem Mittelgebirge. Dort gibt es aus dem 18. und 19. Jahrhundert unendlich viele Bilderbuchhäuschen, Kirchen, Brunnen und Brücken in einem geschlossenen Ortsbild zu sehen. Das haben wir getan und lassen den Tag nun gedanklich ausklingen. Wir stehen auf einem Platz unweit des Dorfes und werden morgen in südliche Richtung weiterfahren.

Freitag, 18.5.

Die Sonne lacht mal wieder und wir möchten heute die landschaftlich schönste Route durch die Rhodopen von Plovdiv in Richtung SMOLYAN fahren. Zuvor streifen wir die vielen kleinen leuchtenden Rosenfelder und machen Stopp, um einmal zu schnuppern. Eine einzige Blüte hat unser Auto zum "Parfümladen" verwandelt. Eine nette Pflückerin hat ein Foto gemacht. Die Blüten werden per Hand geerntet, ab Sonnenaufgang bis höchstens mittags, erfahren wir. Dann werden sie in Säcken zur Sammelstelle in den Ort gebracht, oft mit Pferd und Wagen. Deshalb auch in jedem dieser Dörfer das Verkehrszeichen "Pferd ..." 

Der nächste Stopp ist das Kloster Bachkowo. Es liegt ca. 20 km südlich von Plovdiv und ist nach dem Rilakloster das zweitgrößte in Bulgarien. Uns haben die Wandmalereien in der Nikolaikirche besonders gefallen. Da wir ja in Rumänien die Moldauklöster besucht haben, waren wir vom Gesamteindruck bezüglich der Instandhaltung etwas enttäuscht. 

Nach dem Besuch sind wir dann die schöne Tour durch die Rhodopen gerollt und stehen jetzt an einer Pension auf einer Höhe von 1620m. Hier werden wir die Nacht bleiben, in der Gaststätte etwas essen und ver- und entsorgen. Der Ort heißt Pamporovo und ist das südlichste Ski- und Wandergebiet. Der Himmel hat sich jetzt verdunkelt und ein Gewitter zieht auf. Das Tröpfeln auf's Autodach hat auch etwas romantisches.......

Navi: N 41,39',21 '',   E 24, 40',55''

Samstag, 19.5.

Heute morgen ist es etwas regnerisch, aber das ist gut so, wir wollen Kilometer "machen". Bis zum nächsten Ziel sind es ca. 200 km. 

Wir möchten uns auf unserer Tour unbedingt das Rila-Kloster anschauen und freuen uns auf die Route über Drospat - Bansko -Rila. Die erste Etappe der landschaftlich tollen Strecke ging in Serpentinen und unzähligen Kurven immer an einer senkrechten Wand entlang. Links war der Gebirgsfluss, der uns begleitete. Sehr schön, aber die Hänge an der rechten Seite waren auch beängstigend, denn durch den Regen lagen viele Felsbrocken auf der Straße, die manchmal gut befahrbar war, aber auch oftmals riesige Überraschungslöcher hatte. Der zweite Abschnitt durch die Rhodopen hat uns persönlich besser gefallen, weil die Landschaft lieblicher wurde. Dann zum Schluss beeindruckten uns die Höhenzüge des Pirin- und Rilagebirges besonders. Zwischendurch versorgten wir uns am Straßenrand, machten Mittag und ein "Käffchen" im Camper.

Ein Gedanke zum Reiseland Bulgarien. Wir haben den Eindruck, da wo das Geld verdient werden kann, wird investiert. Hotelburgen entstehen oder aber bleiben im Rohbau, wenn die Finanzen ausgehen. Das erhaltenswerte Alte ist dem Zerfall preisgegeben. Die Natur ist wirklich wunderschön und das ist es, was uns gefallen hat.

Dann erreichten wir am späten Nachmittag das Rilski Manastir (Rila-Kloster). Um das Kloster am Sonntag genießen zu können, sind wir erst zur Übernachtung auf den ca. 800m entfernten Campingplatz "Bor" gefahren. Man muss um das Kloster links die Straße weiterfahren und dann rechts über eine kleine Brücke, ist ausgeschildert. Die Lage ist traumhaft, die Zufahrt machbar, die Ausstattung grad vertretbar (kochend heiße und saubere Dusche - war uns wichtig), der Preis war für uns 15,00 Euro. Wir haben eine Wanderung am Fluss gemacht und die Nacht in der Höhenlage von fast 1200m bei 5 Grad in unseren warmen Betten "überstanden". Mit noch einem Womo waren wir die einzigen Gäste. Es war das zweite deutsche Womo, welches wir in Bulgarien antrafen. Wir finden es schade, das das Campingnetz so dünn ist, auch offizielle Stellplätze gibt es kaum. Mit unserem kleinen Camper war es kein Problem, ein geeignetes Plätzchen zu finden. Aber so wie in anderen Ländern, kann man hier nicht planen. Oft steht man vor einer Ruine von Platz oder es gibt ihn nicht mehr.

Sonntag, 20.5.

Die fünf Grad Celsius in der Nacht waren doch nach den heißen Tagen gewöhnungsbedürftig. Haben doch tatsächlich zum Frühstück geheizt! Wir freuen uns nun auf das Kloster und sind rechtzeitig auf den dortigen Parkplatz gerollt. (8 Lewa= 4 Euro).

Das wir diesen Umweg gewählt haben, war richtig. Man ist einfach von der Schönheit der Anlage angetan und steht wie gebannt vor den Schnitzereien an den Laubengängen und den leuchtenden Fresken. Alles strahlt eine Ruhe und Harmonie aus. Weil heute Sonntag ist, fand ein Gottesdienst vor der prächtigen vergoldeten Altarwand statt. Wir haben uns viel Zeit gelassen und sind anschließend im dortigen Restaurant eingekehrt. 

Wir haben noch eine Sehenswürdigkeit auf der Liste und die werden wir uns heute nachmittag als Abschluss der "Bulgarien-Tour" anschauen. Wir rollen die 90 km in Richtung griechischer Grenze und halten in Melnik, der kleinsten Stadt Bulgariens. Die Sonne scheint mittlerweile so heiß, dass wir Mühe haben, uns alles anzuschauen. Die Stadt ist malerisch zwischen Sandsteinfelsen gebettet und hat viele, sehr schöne, restaurierte Häuser vorzuweisen. Eine Vielzahl von Gaststätten, die typischen bulgarischen Mehana, laden zum Verweilen ein und auch die Weinkeller, die den  schweren "Melnik" Rotwein lagern, bieten Verkostungen an.

Wir haben es uns beim Kaffee im Schatten gemütlich gemacht und sind dann weitergerollt, um jetzt an Rande eines Weinberges (mit Genehmigung des Besitzers) die Nacht gut zu schlafen. Morgen werden wir nach Griechenland weiterfahren. Ein Gewitter zieht gerade auf, kein Wunder, denn das Termometer zeigte heut nachmittag 31 Grad.

Montag, 21.5. -   Donnerstag, 24.5.

GRIECHENLAND

"Morgenstund' hat Gold im Mund" - getreu dem Sprichwort sind wir frühzeitig losgefahren und die 200 km waren ruck-zuck abgespult. An der Grenze war nichts los, Maut waren es wohl 4,00 Euro, die Autobahn war ca. 5 km in einem sehr schlechten Zustand -A 25/E 79 bis Serres - Thessaloniki. Aber die Sonne scheint, 26 Grad!

Griechenland! Das ist unser erster Besuch in diesem Land und wir haben uns Chalkidiki ausgesucht. Der Mittelfinger - die Halbinsel Sithonia - soll unser Ziel sein, egal ob wir frei stehen oder einen kleinen netten Campingplatz anfahren. Die Natur unterwegs gefällt uns, alles blüht und grünt jetzt im Mai. Das Meer ist ein Traum.

Der erste Platz, den wir spontan angefahren haben, war zugemüllt und beim zweiten Platz durften wir nicht zu Fuß rauf und uns einfach mal umschauen. Man bestand darauf, dass wir unsere Ausweise abgeben. Diese Praxis ist uns fremd. Wir sind weitergefahren! Die Sicht auf das Meer entlang der Straße wurde immer schöner und plötzlich entdeckten wir von oben eine kleine Bucht mit einem Fischerhafen. Ein Womo stand bereits dort. Hier stehen wir nun "frei" und lassen es uns in der einsamen "Privatbucht" gut gehen. Mal sehen, wie lange. Wasser und Entsorgung im Fischerhafen, einkaufen über den Felsen im Ort. Was will man mehr, wenn dann die Sonne auch noch lacht!

Wir haben seit dem 26. April sehr viel gesehen und erlebt. Jetzt lassen wir alles ein paar Tage "sacken", um uns dann so langsam auf Albanien einzustellen. 

Wir bummeln ein letztes Mal durch Sarti - ein wirklich reizvolles Urlaubsstädtchen - und dann werden die Stühle, der Tisch und die Markise verstaut. Wir verlassen nun "unsere" Bucht und rollen ganz gemütlich bis zur Südspitze von Sithonia. Dabei machen wir mehrmals Halt, um die tolle Aussicht über das Meer zu genießen.

Dieser mittlere Finger war wirklich ein Glücksgriff, wie wir jetzt feststellen. Auch in Gesprächen mit anderen Womo-Touris wird uns gesagt, dass das Gebiet um Sarti ein Fleckchen für Individualisten ist.

In Neos Marmaras (einem Urlauberzentrum) parken wir den Pössl in einer Bucht direkt in der Stadt mit einem weiten Blick übers Meer. Es ist früher Nachmittag. Die Gassen und Tavernen sind noch leer, deshalb kann man das mediterrane Flair ganz entspannt auf sich wirken lassen. Nachdem unsere Füße müde sind, kehren wir zurück und beschließen, hier auf diesem Platz am Meer zu übernachten. Morgen werden wir dann Chalkidiki verlassen. Für uns waren es sehr erholsame Tage, aber die Neugier und das Fernweh treibt uns weiter.


Freitag, 25.5.

Guten Morgen, wunderschön! Was für eine Blütenpracht in dieser herrlichen Umgebung. Ein paar Schritte um die Ecke oder ein paar hundert Meter mit dem Auto weiter und man hat die schönste Badebucht vor der Nase. Alles wird geputzt, bepflanzt und aufgehübscht für die Saison. Wir fühlen uns sehr wohl in Hellas. Das Land strahlt eine Gemächlichkeit aus. Besonders die freundliche Bedienung, wenn man etwas einkauft.....heute früh waren in einer Metzgerei gleich 4 Verkäufer, die sich dreimal bedankten.

Viele Fans von Hellas wissen das, für uns ist es phantastisch. Überall kann man ausnahmslos anhalten und stehen bleiben, zumindest mit unserem 5,40 m Pösselchen. (bei Verbot natürlich nicht, aber wir sehen kaum ein solches Schild). Parkgebühren wurden nirgends kassiert.

Jetzt rollen wir mit wachen Augen weiter - unserem nächsten Ziel entgegen.

Unterwegs durch das Hinterland von Chalkidiki legen wir ein paarmal einen Stopp ein. Tolle Ausblicke so weit das Auge reicht, manchmal bis ans Meer. Riesige Olivenbaum-Plantagen, Wein- und Obstanbau, leider aber auch in der Sonne +36 Grad!!! Da signalisiert uns Sweety: "Weiterfahren und Klimaanlage an!"

Sie hat auch ein kleines Problem, alle Kletten, die sich auf dem Weg befinden, verfangen sich in ihrem Fell. Und die freilaufenden Hunde (oft herrenlos und friedlich) mag sie nicht. Was in Bulgarien die vielen Katzen waren, sind hier die Hunde. 

Am Nachmittag treffen wir in Vergina ein, nachdem die Stadtdurchfahrt von Thessaloniki recht gut verlief. In Vergina schauen wir uns nun eine der bedeutendsten Ausgrabungen Hellas an. Der Palast und die Königsgräber aus der Zeit 410 vor Christus wurden 1978 entdeckt. Sie waren unversehrt und die kunstvollen Schätze, die man unter einem Hügel in Form eines großen Museums bestaunen kann, haben uns sehr beeindruckt. Nur den unterirdischen Eingang konnte man im Bild festhalten. Im "Palast" durfte nicht fotografiert werden. Ein solches Museum haben wir noch nicht besucht, alles dunkel, wie die Nacht, nur die 

"Ausstellungsstücke und der "Palast" sowie die Grabsteine werden eindrucksvoll angestrahlt.

Ein Stellplatz ist ganz in der Nähe und so werden wir heut' Nacht hier bleiben.

Samstag, 26.5.

Vor einem Monat sind wir gestartet und haben bisher rund 5000 km abgespult. (Verbrauch im Durchschnitt 8,7)

Heute früh beginnt nun unsere letzte Tour durch Griechenland. Wir wollen uns die Vikos-Schlucht im Nordwesten (nah der albanischen Grenze) anschauen. Die Schlucht ist 10 km lang, ihre Wände steigen vom Flusslauf bis zu 1000 m steil empor. Man kann sie in 7 Stunden durchwandern, aber das machen wir nicht, wir möchten uns diese Schlucht von oben ansehen. Die Route in den Nordwesten zur Schlucht ist voller Naturschönheiten, mit alten Dörfern und Bergketten, deren Gipfel zum Teil noch mit Schnee bedeckt sind. Sogar Braunbären soll es hier geben. Die Straße gleicht einer Höhenpanoramastraße, von der wir während der Fahrt weite Teile des Gebirges überblicken können. Es ist einfach nur schön, was das Auge sieht. Das Glück ist doch tatsächlich auf unserer Seite, denn die Sonne scheint! Gestern Abend hat's gewittert. 

Wir stehen am frühen Nachmittag am höchsten Punkt und schauen in die Tiefe dieser Schlucht! Wahnsinn, denken wir! Arizona hat den Grand Canyon (den wir noch nicht kennen), die Provence die Georges du Verdon und Epirus die Vikos-Schlucht.  


Wir haben oben in unmittelbarer Nähe am Aussichtspunkt einen Platz für uns entdeckt, an dem wir bis zum Abend mit dem Pössel gut stehen konnen. Zum Abschluss noch den Grill "angeheizt" (Sweety passt auf!) Und zum Übernachten sind wir die Serpentinen runtergerollt und stehen auf einem Stellplatz in Kalpaki

N 39, 53 ', 07''   E 20, 37', 25''  kostenlos mit Wasser. Die albanische Grenze ist ca. 80 km entfernt.

Was haben wir besonders geschätzt an Griechenland? Die Vielseitigkeit der Natur und die Schönheit der Landschaften, obwohl wir ja nur einen ganz kleinen Teil gesehen haben. Und wir glauben, wir kommen wieder.